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Bereits verlegte Stolpersteine



Gertrud Sachs
© Privatbesitz

Gertrud Sachs (geborene Rosenbaum) * 1914

Hammer Landstraße 59 (Aufgang Krugtwiete) (Hamburg-Mitte, Hamm)

1942 Auschwitz

Weitere Stolpersteine in Hammer Landstraße 59 (Aufgang Krugtwiete):
Bertha Lobatz, Max Mendel, Ida Mendel, Marianne Rendsburg, Dr. Else Emma Rosenbaum, Dr. Max Rosenbaum, Julius Sachs

Gertrud Sachs, geb. Rosenbaum, geb. 16.10.1914, deportiert am 11.7.1942 nach Auschwitz
Julius Sachs, geb. 25.6.1916, deportiert am 11.7.1942 nach Auschwitz

Gertrud Sachs, die ältere der beiden Töchter von Max und Emma Else Rosenbaum, wurde am 16.10.1914 in Hamburg geboren und wuchs in einem gutbürgerlichen Haushalt auf. Sie gehörte wie ihre Mutter der evangelischen Kirche an. Über Gertrud Rosenbaums Ausbildung wissen wir nichts. Sie arbeitete bis Jahresende 1937 als Textilverkäuferin bei Gebr. Robinsohn am Neuen Wall. 1938 betrieb Gertrud Rosenbaum ihre Auswanderung nach Kairo, um dort Rudolf Popper zu heiraten. Bei ihm könnte es sich um Rudolf Popper, ebenfalls aus der Hammer Landstraße, handeln, der 1933/34 nach Ägypten auswanderte. Am 15. August 1938 erhielt sie die Unbedenklichkeitsbescheinigung. Woran die Ausreise scheiterte, ist unbekannt. 1940 heiratete Gertrud Rosenbaum Julius Sachs, einen engen Freund ihres Schwagers Manfred Rendsburg.

Julius Sachs war ein "Mischling 1. Grades" mit einem jüdischen Vater und einer "arischen" Mutter. Er kam am 26.5.1916 in Hamburg zur Welt. Nach dem Abitur studierte er an der Technischen Hochschule Berlin Charlottenburg, brach das Studium aber ab, um Graphiker zu werden.

Zur Vorbereitung auf eine Auswanderung in die USA kaufte er sich eine gebrauchte Fotoausrüstung und absolvierte ein Volontariat als Fotograf. Von ihm stammen mehrere Photos der Familie Rosenbaum-Rendsburg-Sachs in dieser Broschüre, die seine Schwägerin Marianne Rendsburg seiner Mutter vor der Deportation übergeben hatte. Von ihr erhielt Manfred Rendsburg sie nach dem Krieg zurück.

Julius Sachs wurde als Dreher und Metallarbeiter zwangsbeschäftigt und verfolgte gleichzeitig weitere Auswanderungspläne, einen letzten nach Shanghai im Januar 1941, zusammen mit Gertrud und dem Ehepaar Rendsburg, die alle scheiterten.

Als Mitglied im Jüdischen Religionsverband und mit einer Jüdin verheiratet, wurde Julius Sachs, obwohl "Halbjude", zusammen mit seiner Frau Gertrud zum ersten Transport nach Osten am 25. Oktober 1941 aufgerufen. Sie wurden wegen ihrer am 8. Oktober 1941 geborenen Tochter Tana zurückgestellt. Die Familie zog in die Parkallee 75. Tana erkrankte an Lungenentzündung und starb am 27. April 1942 trotz einer Behandlung im Universitätskrankenhaus durch Prof. Dr. Rudolf Degkwitz. Gertrud und Julius Sachs wurden am 11. Juli 1942 mit unbekanntem Ziel, vermutlich Auschwitz, deportiert.

© Hildegard Thevs

Quellen: 1; 2 Vg 981; 4; 5; 522-1 Jüdische Gemeinden, 922 e 2 Deportationslisten Bd. 4; BA, Bln., Volkszählung 1939; Wir zogen in die Hammer Landstraße. Leben und Sterben einer jüdischen Familie. Hrsg. vom Stadtteilarchiv Hamm, 2001, pass.; persönliche Mitteilungen von Angehörigen.

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