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Alfons Teschke * 1898

Winsener Straße 30 (Harburg, Wilstorf)


HIER WOHNTE
ALFONS TESCHKE
JG. 1898
SPANIENKÄMPFER
TOT 1937

Alfons Teschke, geb. 9.12.1898 in Krone, bei Kämpfen im spanischen Bürgerkrieg am 9.5.1938 umgekommen

Stadtteil Wilstorf, Winsener Straße 30

Der Arbeiter Alfons Teschke wurde im Kreis Bromberg in der damaligen preußischen Provinz Posen geboren. Nach 1918 wurde aus seiner Heimatstadt Krone das polnische Koronowo. Er heiratete Marie Terminski, geb. am 18.8.1898 in Harburg. Sie wohnten zuletzt (ab Dezember 1931) in der Winsener Straße 30. Vorige Wohnsitze lauteten Karlstraße 11a (heute: Kroosweg) und Talstraße 9 (heute: Steinikestraße). Bevor Alfons Teschke nach Harburg kam, wohnte er bei Dortmund. Dort im Ort Habinghorst kam am 12.8.1922 der Sohn Alfons zur Welt.

Vor 1933 war Alfons Teschke sen. zeitweise als Lagerarbeiter bei der Holzhandlung Brinckman in der Blohmstraße beschäftigt. Außerdem arbeitete er bei Karstadt. Hier vertrat er seine Kolleginnen und Kollegen im Betriebsrat. Er gehörte der KPD an. Im gleichen Haus Winsener Straße 30 lebte sein Freund Willi Nilges, ebenfalls Kommunist, geb. am 18.3.1907 in Harburg. Von dessen Wohnung aus liefen die Kontakte der illegalen KPD nach Winsen und Lüneburg. Er floh nach der Verhaftungswelle 1934 in die Tschechoslowakei und galt als "unbekannt verzogen". Am 20. Januar 1936 soll er dort gestorben sein.

Wie viele Kommunisten kam Alfons Teschke nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 in "Schutzhaft", die er vom 2. März bis zum 11. Mai 1933 im Harburger Gerichtsgefängnis an der Buxtehuder Straße verbrachte. Um nicht noch einmal verhaftet zu werden, ging er Anfang 1934 nach Westfalen, dann ins Saargebiet, das damals nicht zum Deutschen Reich gehörte und vom Völkerbund verwaltet wurde. Vermutlich vor dem Anschluss des Saargebiets an Deutschland nach der Volksabstimmung im Jahre 1935 emigrierte er nach Frankreich.

Als in Spanien die Generäle unter Franco 1936 gegen die demokratisch gewählte Volksfrontregierung der Republik putschten, kam es zum Bürgerkrieg (siehe Max Neubacher). Deutschland und das faschistische Italien unterstützten die Franco-Putschisten mit Truppen, Waffen und Flugzeugen. Zahlreiche deutsche Emigranten eilten nach Spanien, um an der Seite der Republik gegen die Faschisten und Nationalisten zu kämpfen, auch Alfons Teschke. Er erreichte 1936 Katalonien und schloss sich einer internationalen Gruppe der 22. Katalanischen Division gegen die Franco-Truppen an. Seine Frau Marie erhielt 1936 von ihm eine letzte Nachricht. Am 9. Mai 1938 kam er in Spanien vermutlich bei Kämpfen ums Leben, wie und wo, ist nicht bekannt.

© Hans-Joachim Meyer

Quellen: Mosel, Wegweiser, S. 169, 171; Hochmuth/Meyer, Streiflichter, S. 202; StaH, 332-8 Meldewesen, A46; StaH, 430-64 Amtsgericht Harburg II B 25; StaH, Adressbücher Harburg-Wilhelmsburg und Hamburg; VVN, Komitee-Akten; Berichte Grete Dreibrodt; Heyl/Maronde-Heyl, Abschlussbericht; Totenliste VAN

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