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Marianne Landau * 1909

Am Hünenstein 10 (Hamburg-Mitte, Hamm)

1942 Auschwitz aus NL
ermordet

Marianne Landau, geb. 25.5.1909, deportiert 1942 nach Auschwitz

Marianne Landaus Eltern waren der "Agent" Alfred Landau, geb. 16.12.1878 in Hamburg, und Henriette, geb. Nehemias, geb. 6.8.1875 in Frankfurt. Alfred Landau gehörte seit mindestens 1913 der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg an.

Marianne Landau wurde am 25. Mai 1909 in Hamburg geboren und erhielt nach der Schule eine Ausbildung als kaufmännische Angestellte und Stenotypistin. 1932 verdiente sie genug, um Kultussteuern zahlen zu können. Marianne Landau blieb ledig.

Mit dem Beginn der Herrschaft der Nationalsozialisten 1933 änderte sich für sie äußerlich zunächst nichts. Sie wohnte weiter Am Hünenstein 10 und hatte bis 30. September 1935 Arbeit. Danach zog sie mehrfach um.

Nach einem Jahr fand sie wieder eine Anstellung und konnte mit eigenen Mitteln ihre Auswanderung betreiben. Sie verdiente 225,– RM im Monat. Marianne Landau wollte nach England oder in die USA, um dort als Hausangestellte zu arbeiten. Auch ihre Eltern wollten emigrieren. Die Jüdische Gemeinde vermerkte in ihren Steuerunterlagen, dass beide nach England ausgewandert seien.

Marianne Landau hatte im September 1938 ihre Papiere beisammen und erhielt einen Pass. Sie wartete nur noch darauf, dass der Zoll ihr Umzugsgut abfertigte. Da sie nur wenige, zudem gebrauchte Sachen hatte, erteilte der Zoll die Ausfuhrgenehmigung ohne Prüfung. Statt nach England oder in die USA emigrierte Marianne Landau im Februar 1939 in die Niederlande. Sie flog nach Rotterdam, und obwohl sie legal emigrierte, musste sie einen Rückflugschein nehmen. Auch ihr Vater war in die Niederlande statt nach England gelangt, die Mutter war wieder nach Frankfurt gezogen. Ob Marianne in Rotterdam, wo sie sich niederließ, zu ihrem Vater zog, ist unklar. Die Lufthansa erstattete nach Genehmigung durch die Devisenstelle den Gegenwert für den nicht ausgenutzten Rückflugschein an eine Tante Mariannes.

Mit der Besetzung der Niederlande durch die Deutsche Wehrmacht im Mai 1940 begannen auch dort die Maßnahmen gegen die Juden. Den Höhepunkt erreichte die Verfolgung für Marianne wie für ihren Vater 1942: Sie wurden in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, ob gemeinsam, wissen wir nicht, ebenso wenig, ob sie gleich getötet oder noch zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Mariannes Vater war 66 Jahre alt, nach Ansicht der SS zu alt zum Arbeiten. Marianne war noch jung genug dafür.

Auch die Mutter Henriette Landau wurde 1942 nach Auschwitz deportiert. Aller Drei Lebensspuren verlieren sich dort.

© Hildegard Thevs

Quellen: 1; 2 FVg 5093; 4; 5; StaH, 522-1, Jüdische Gemeinden, 390 Wählerverzeichnis 1930; 391 Mitgliederliste 1935.

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