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Bereits verlegte Stolpersteine



Grabplatte Jüdischer Friedhof Ohlsdorf
Fotograf/in: Bettina Nathan

Max Sommerfeld * 1897

Hirtenstraße 44 (Hamburg-Mitte, Hamm)

1942 Mauthausen
ermordet 15.08.1942 Mauthausen

Weitere Stolpersteine in Hirtenstraße 44:
Hedwig Sommerfeld

Hedwig Sommerfeld, geb. 5.11.1899 Salzwedel, deportiert am 6.12.1941 nach Riga
Max Sommerfeld, geb. 12.12.1897 Salzwedel, deportiert am 6.8.1942 nach Mauthausen, Todesdatum dort 15.8.1942

Hedwig Sommerfeld, geb. 5.11.1899 in Salzwedel, gehörte seit mindestens 1928 der Deutsch-Israelitischen Gemeinde an. Bei der Mitgliederzählung 1935 wurde sie als Haushaltungsvorstand registriert. Sie war im Jahr zuvor mit Mutter und Geschwistern aus der Anckelmannstraße 91 in die Hirtenstraße 44 gezogen. Dort wohnte auch ihr ältester Bruder Hugo, geb. 27.5.1896, der nach Frankfurt verzog und die Shoah überlebte.

Hedwig blieb ledig. Sie verdiente als Angestellte nicht viel und verfügte in den Jahren 1930 bis 1934 über keinerlei Einkommen.

Ihre Mutter Emilie Sommerfeld, geb. Falck, geb. am 29.6. 1872 in Hamburg, starb am 14. Januar 1935.

Ihr Bruder Max Sommerfeld, geb. 12.12.1897 in Salzwedel, und seine Familie teilten die Wohnung in der Hirtenstraße mit Hedwig. Er arbeitete als Heilpraktiker und hatte ein "steuerlich belangloses" Einkommen, wie die Gemeindeverwaltung vermerkte. Seine Frau Frieda, geb. Glau, war evangelisch und "arisch". Sie brachte eine Tochter mit in die Ehe, die ebenfalls "Vollarierin" war. Das Ehepaar Sommerfeld bekam noch zwei Kinder, Friedemann, geb. 21.1.1933, und Rita, geb. 9.12.1937. Als diese geboren wurden, war die Familie schon in die Düsternstraße 41 umgezogen. Max Sommerfeld gehörte dem Jüdischen Religionsverband, nicht aber der Reichsvereinigung an, da er in Mischehe lebte. Wurde ein Jude kriminalisiert und in "Schutzhaft" genommen, erlosch der Schutz der "privilegierten" Mischehe.

Max Sommerfeld wurde 1942 in "Schutzhaft" genommen, ins KZ Fuhlsbüttel eingewiesen und in das KZ Mauthausen deportiert. Von dort erhielt seine Familie seine Urne zugeschickt; als Todesdatum galt der 15. August 1942 (Kultussteuerkartei: 15.9.1942). Die Urne wurde auf dem Jüdischen Friedhof beigesetzt.

Hedwigs jüngste Schwester, Martha Sommerfeld, geb. 30.9. 1901, emigrierte 1938 wahrscheinlich nach Brasilien. Hedwig selbst hatte im April 1939 ihre Auswanderungsvorbereitungen abgeschlossen. Aus unbekannten Gründen blieb sie dann aber doch in Hamburg und wurde am 6. Dezember 1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert.

© Hildegard Thevs

Quellen: 1; 4; 5; 6: 8; StaH, 522-1, Jüdische Gemeinden, 391 Mitgliederliste 1935; 992 e 2 Deportationslisten Bd. 3.

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