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Bereits verlegte Stolpersteine



Recha Lübke * 1880

Rosenallee 11 Schule (Hamburg-Mitte, Hammerbrook)

1942 Theresienstadt
1944 Auschwitz
ermordet

Siehe auch:

Weitere Stolpersteine in Rosenallee 11 Schule:
Bella Spanier

Recha Lübke, geb. 6.3.1880 in Altona, am 19.7.1942 nach Theresienstadt, am 9.10.1944 nach Auschwitz deportiert
Bella Spanier, geb. 25.2.1884 in Burg-Lesum, am 25.10.1941 nach Lodz, am 10.5.1942 nach Chelmno deportiert

Recha Lübke und Bella Spanier unterrichteten viele Jahre an der Volksschule Rosenallee 11, bis sie aufgrund des "Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" vom 7. April 1933 entlassen wurden – Recha Lübke nach 34, Bella Spanier nach 27 Berufsjahren. Beide hatten ihre Ausbildung im Lehrerinnenseminar in Altona erhalten. Recha Lübke begann mit 19 Jahren am 1. April 1899 ihre Lehrerinnentätigkeit und trat zweieinhalb Jahre später, am 15. Oktober 1901, in den Hamburger Schuldienst ein. Bella Spanier nahm ihre Berufstätigkeit mit 22 Jahren am 15. Juni 1906 gleich in Hamburg auf. Beide gehörten Berufsverbänden an, Recha Lübke dem "Verein Hamburger Volksschullehrerinnen", Bella Spanier der "Gesellschaft der Freunde des Vaterländischen Schul- und Erziehungswesens". Recha Lübke engagierte sich auch in hohem Maße ehrenamtlich in der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hamburg. Sie wohnte in der Isestraße 21 in Eppendorf , Bella Spanier in der Tegettoffstraße 9.

Als die Deportationen der Juden begannen, war Bella Spanier noch nicht 60 Jahre alt und galt damit als jung genug für die vermeintliche "Aufbauarbeit im Osten", wie die Deportationen verschleiernd genannt wurden. Sie gehörte zum ersten Transport, der am 25. Oktober 1941 nach Lodz ging. Am 10. Mai 1942 wurde sie von dort ins Vernichtungslager Chelmno weiterdeportiert, was ihre Ermordung mit Autoabgasen bedeutete.

Recha Lübkes Deportation erfolgte aufgrund ihres höheren Alters am 19. Juli 1942 in das so genannte Altersgetto Theresienstadt. Dort lebte sie noch über zwei Jahre, bis sie im Zuge der allmählichen Räumung des Gettos am 9. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert wurde. Damit verliert sich ihre Lebensspur.

© Hildegard Thevs

Quellen: Lehrerverzeichnisse.

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