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Bereits verlegte Stolpersteine



Werner Schmidt * 1918

Seilerstraße 17 (Hamburg-Mitte, St. Pauli)


HIER WOHNTE
WERNER SCHMIDT
JG. 1918
VERHAFTET 1938
KZ FUHLSBÜTTEL
TOT AN HAFTFOLGEN
28.8.1941

Weitere Stolpersteine in Seilerstraße 17:
Bruno Müller

Werner Ernst Schmidt, geb. 8.1.1918, inhaftiert 1938 und 1939, gestorben am 24.8.1941 im Barmbeker Krankenhaus

Seilerstraße, zwischen Hausnummer 17 und 19 (Seilerstraße 23)

Der 1918 in Flensburg geborene Werner Schmidt arbeitete nach einer abgebrochenen Kunstmalerlehre in verschiedenen Berufen, u. a. als kaufmännischer Angestellter, Kellner, Gastwirtsgehilfe, Vertreter, Arbeiter sowie als Hotel- und Hausdiener. Bevor er nach Hamburg zog, lebte er in Wyk auf Föhr, in Westerland/Sylt, in Flensburg, Grabow und Hannover.

Im August 1938 geriet der wegen Diebstahls vorbestrafte Werner Schmidt beim Besuch eines einschlägigen Lokals auf St. Pauli in eine Polizeirazzia, bei der er festgenommen wurde. Vom 30. August bis zum 2. September 1938 befand er sich als polizeilicher "Schutzhäftling" im KZ Fuhlsbüttel. Im Oktober 1938 sprach ihn das Landgericht Hamburg von dem Tatverdacht eines Vergehens nach § 175 a Ziffer 4 RStGB frei. Nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft schlug er sich als Strichjunge durch.

Im März 1939 wurde er von einem Kollegen als Homosexueller denunziert und zusätzlich durch ehemalige Sexualpartner bei der Polizei als Stricher genannt, was eine erneute Verhaftung und Inhaftierung im KZ Fuhlsbüttel zur Folge hatte. Im August 1939 fand der Prozess vor dem Landgericht Hamburg statt. Der Richter bestrafte Werner Schmidt mit dreieinhalb Jahren Gefängnis wegen Vergehens nach § 175 RStGB und wegen "gewerbsmäßiger Unzucht" nach § 175 a Ziffer 4 RStGB. Die Haft verbüßte Werner Schmidt im Strafgefängnis Wolfenbüttel. Am 21. Juni 1941 erfolgte seine Verlegung aus Wolfenbüttel in das Lazarett der Untersuchungshaftanstalt Hamburg-Stadt und einen Monat später ins Krankenhaus Barmbek, wo Werner Schmidt am 24. August 1941 an den Folgen einer tuberkulösen Meningitis starb.

© Bernhard Rosenkranz/Ulf Bollmann

Quellen: StaH 213-8 Staatsanwaltschaft Oberlandesgericht – Verwaltung, Abl. 2, 451 a E 1, 1 c und 1 d; StaH 213-11 Staatsanwaltschaft Landgericht – Strafsachen, 7384/39 und 9809/38.

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