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Bereits verlegte Stolpersteine



Therese Wilda * 1870

Bullenhuser Damm 94 (Schule) (Hamburg-Mitte, Rothenburgsort)


HIER LEHRTE
THERESE WILDA
JG. 1870
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 27.1.1943

Therese Wilda, geb. 20.11.1870 in Hamburg, am 15.7.1942 nach Theresienstadt deportiert, dort gestorben am 7.1.1943

Janusz-Korczak-Schule Bullenhuser Damm 94

Therese Wilda unterrichtete an der Knabenschule Bullenhuser Damm 94 bis zu ihrer vorzeitigen Pensionierung aufgrund eines Augenleidens im Jahr 1932. Sie stammte aus einer jüdisch-bürgerlichen Familie mit mehreren Kindern, die, soweit bekannt, zwischen 1859 und 1872 geboren wurden. Ihr Vater, Wilhelm Wilda, war Maler, Thereses älteste Schwester Elise arbeitete als Volksschullehrerin.

Der Bruder Hermann, geboren am 4. Februar 1862, lehrte als Professor Schiffbau am Staatlichen Technikum in Bremen, zwei Brüder und eine Schwester gingen ins Kaufmännische. Während Elise Wilda das Lehrerinnenseminar in Hannover besuchte, erhielt Therese Wilda ihre Ausbildung am Lehrerinnenseminar in Münster. Kurz vor ihrem 21. Geburtstag nahm sie am 1. Oktober 1892 ihre Lehrtätigkeit auf, offenbar an einer Privatschule, und trat am 1. Oktober 1896 in den Hamburger Volksschuldienst ein.

Am 1. Oktober 1903 wurde sie fest angestellt, was zugleich die Pensionsberechtigung bedeutete. Wann sie an die 1910 eröffnete Schule Bullenhuser Damm 94 kam, ließ sich nicht ermitteln. Wie ihre Schwester Elise gehörte sie dem Schulbezirk 4 an, Billwärder Ausschlag, in dem um die Jahrhundertwende mit der starken Zunahme der Bevölkerung in kurzer Zeit mehrere neue Volksschulen gebaut wurden. Elise unterrichtete in der bereits 1888 eröffneten Mädchenschule Vierländerstraße 79.

Therese wohnte mit drei Geschwistern in der Meridianstraße 13 in Hamm, das eine günstige Verkehrsanbindung besaß. Anfang der 1940er Jahre zogen die Vier nach Eppendorf, von wo sie am 15. Juli 1942 gemeinsam in das Getto von Theresienstadt deportiert wurden. Therese Wilda starb dort am 27. Januar 1943. Ein halbes Jahr später wurden die Hammer Wohnung und die früheren Schulen der Schwestern im "Feuersturm" weitgehend zerstört (s. Stolpersteine in Hamburg-Eppendorf und Hamburg-Hamm).

© Hildegard Thevs mit Maria Koser

Quellen: 1; 3; 4; 5; 7; StaH, Jüdische Gemeinden, o. Sign., Mitgliederzählung der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hamburg 1928; 390 Wählerverzeichnis, 391 Mitgliederliste; 992 d Steuerakten Bd 34; 992 e 2, Bd. 4; BA, 1939; Hamburger Lehrerverzeichnisse, 1920–1933; Degener, Herrmann A.L. (Hg.) Wer ist’s?, Zeitgenossenlexikon, IV. Ausgabe, Leipzig 1909, S. 1550. Zur Nummerierung häufig genutzter Quellen siehe Recherche und Quellen.

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