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Eduard Richard Weinberg * 1876

Talstraße 27 (Hamburg-Mitte, St. Pauli)


HIER WOHNTE
EDUARD RICHARD
WEINBERG
JG. 1876
VERHAFTET 1941
GEFÄNGNIS HAMBURG-HARBURG
FLUCHT IN DEN TOD
10.7.1942

Eduard Richard Weinberg, geb. 18.11.1876 in Hamburg, Flucht in den Tod am 10.7.1942

Talstraße 27 (Thalstraße 27, Haus 10)

Drei Tage, nachdem die Geheime Staatspolizei, Staatspolizeileitstelle Hamburg, Eduard Weinberg per Einschreiben den "Evakuierungsbefehl Nr. 3811" gesandt hatte, starb er an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Er hatte seine ehemalige Vermieterin, Elise Holze, am 10. Juli 1942 in der Thalstraße 27 aufgesucht, um sich von ihr zu verabschieden. Laut Deportationsbefehl hätte er sich an diesem Tag in der Hartungstraße 9/11 einfinden sollen. Er war für die Deportation nach Auschwitz am 11. Juli vorgesehen.

Nachdem Elise Holze die Wohnung für eine Weile verlassen hatte, fand sie ihn dort "mit dem Gasschlauch in den Händen auf dem Sofa in der Küche vor." Er hatte folgende Nachricht auf einem Briefumschlag hinterlassen: "Für mich so besser. Eduard Weinberg, geboren in Altona."

Eduard Weinberg war ein Sohn von Meier und Rika Weinberg, geborene Salomon. Er heiratete die Christin Hulda Rosenthal. Am 31. März 1926 trat er aus der Jüdischen Gemeinde aus. 1934 zog er in die Thalstraße 27, Haus 10. Im Januar 1940 legte die Gemeinde eine neue Kultussteuerkarte für ihn an: Wie alle "Volljuden" musste er nun Mitglied der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland werden, und zwar bei deren örtlicher Zweigstelle, der Jüdischen Gemeinde Hamburgs.

Eineinhalb Jahre später wurde Eduard Weinberg aus uns unbekannten Gründen in Harburg inhaftiert. Nach der Haft wohnte er in einem sogenannten Judenhaus in der Schlachterstraße 46/47, Haus 6. Als Eduard Weinberg starb, war er Witwer.

© Christiane Jungblut

Quellen: 1; 5; Batz, Holocaust, 2008, S. 351f.
Zur Nummerierung häufig genutzter Quellen siehe Recherche und Quellen.

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