Namen, Orte und Biografien suchen


Bereits verlegte Stolpersteine



Elias Edwin Weiss
© Yad Vashem

Elias Edwin Weiss * 1882

Münzplatz 11 (Hamburg-Mitte, Hammerbrook)


HIER WOHNTE
ELIAS EDWIN WEISS
JG. 1882
EINGEWIESEN 1941
HEILANSTALT BENDORF-SAYN
DEPORTIERT 1942
IZBICA
ERMORDET IN
BELZEC

Elias Edwin Weiss, geb. 5.8.1882 in Hamburg, wahrscheinlich 1942 ermordet im Vernichtungslager Belzec (Polen)

letzte Wohnadresse: Münzplatz 11

Elias E. Weiss war der Sohn des Rabbiners Heinrich Weiss und seiner Ehefrau Caroline. Er arbeitete bis zu seinem "schweren Nervenzusammenbruch" als kaufmännischer Angestellter bei dem jüdischen Leder- und Häuteexportbetrieb Bachrach & Loeb im Hamburger Hafen. Er war in erster Ehe mit Elsbeth, geb. Gross, bis zu ihrem Tod 1930 verheiratet und hatte aus dieser Ehe einen Sohn namens Karl-Heinz (geb. 1926). 1931 heiratete er die 1901 als Tochter eines AEG-Direktors in Buenos Aires geborene Maria Adele, geb. Sachs, deren erste Ehe mit einem Mann namens Thorn 1928 geschieden worden war.

Aus dieser Ehe stammte ihr Sohn Wolfgang (geb. 1924). Nach der Einlieferung ihres Mannes Elias Weiss in die Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn ließ die zweite Ehefrau die Ehe im November 1938 für ungültig erklären, bekam aber die Vormundschaft über ihren Stief­sohn Karl-Heinz zugesprochen, für den sie sich offenbar verantwortlich fühlte. Das Sorgerecht für ihren leibli­chen Sohn Wolfgang, das sie nach der Scheidung zugesprochen erhalten hatte, war ihr auf Antrag ihres geschiedenen Mannes 1936 vom Amtsgericht Lörrach mit der Begründung wieder entzogen worden, dass sie als "Halbjüdin" und dazu mit einem "Volljuden" verheiratet, obschon katholischer Konfession, "selbst wenn sie sich noch so sehr bemühen sollte, nicht in der Lage (wäre), ihren Sohn im nationalsozialistischen Sinne zu erziehen". Ein Verbleiben des Sorgerechtes bei der Mutter würde daher "den nationalsozialistischen Grundsätzen und dem deutschen Volksempfinden völlig widersprechen". Der Stiefsohn Karl-Heinz konnte mit einem Kindertransport im November 1938 nach Großbritannien emigrieren; nach dem Krieg reiste er zu seiner 1939 in die USA ausgewanderte Stiefmutter.

Elias Weiss wurde am 21. April 1941 aus der Anstalt Langenhorn in die Heil- und Pflegeanstalt Bendorf-Sayn bei Koblenz verlegt, in der jüdische Patienten konzentriert und abgesondert wurden. Von hier wurde er im März 1942 mit einem Transport von Koblenz aus in das Durchgangslager Izbica deportiert und von dort noch im selben Jahr in das Vernichtungslager Belzec verschleppt, wo sich seine Spur endgültig verlor.

© Benedikt Behrens

Quellen: 1; 4; 5; AfW, Entschädigungsakte.
Zur Nummerierung häufig genutzter Quellen siehe Recherche und Quellen

druckansicht  / Seitenanfang