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Tamara Balenow * 1944

Essener Straße 54 (Hamburg-Nord, Langenhorn)


TAMARA BALENOW
GEB. 16.1.1944
ERMORDET 29.1.1945

Weitere Stolpersteine in Essener Straße 54:
Elfriede Barabanowa, Jury Belikowa, namenloses Mädchen Beltschikowa, Walentina Beretschnoj, Victor Bilous, Elsa Borisowa, Vladimir Bowton, Leopold Colman, Anatoli Dubskaja, Serge Duvert, Max Ernest Duvert, Knabe Fedyk, Swetlana Harkawtschuk, Anatoli Kobilko, Luja Kolomejtschuk, Ilda Konforowitsch, Waldemar Kosowzow, Schura Kotschezeschko, Paul Kowalewa, Alex Kritzkaja, Valentin Lewonenko, Raisa Lomonossowa, Josef Mrosowska, Galina Nasarowa, Luba Nesterowitsch, Alexandra Nikolajew, Maria Ostagowa, Sina Paratschenko, Annatoli Podwinskaja, Damara Pogrebnikowa, Lydia Poliwara, Iwan Poliwara, Regina Larissa Prieditis, Iwan Ragulina, Wasilij Romanenko, Alexander Sabluswitschke, Klawa Schurawel, Anatoli Slusar, Knabe Stefa, Valentin Tkatschow, Viktor Tomaschuk, Luba Tulup, Sigmund Tuschinska, René-Yves Vitel, Boris Wenik, Genja Woronez, Walodja Woronzow, Anatoli Zebenko

Tamara Balenow, geb. am 16.1.1944 in Hamburg, gestorben am 29.1.1945

Essener Straße 54
früher Lager Tannenkoppel, Weg 4, auch "Tarpenbek" genannt
Zwangsarbeitslager der Rüstungsindustrie in Hamburg Langenhorn


Tamara Balenow, kam am 16. Januar 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Olena Balenow, geb. am 27.12.1924 in Bykova, war griechisch-katholischen Glaubens und nach der Ausländermeldekartei angeblich ledig.

Aus ihrer Heimat Ukraine verschleppt, musste sie in Hamburg-Langenhorn für die Deutsche Meßapparate GmbH (Messap) Zwangsarbeit leisten. Sie war im "Ostarbeiterlager" Tannenkoppel untergebracht und in dieser Zeit schwanger.

In der Ausländermeldekartei ist auch ein Iwan Balenko, geb. am 29.3.1924 Adownowka/Ukraine mit seiner Ehefrau Lena Balenko, geb. am 17.12.1924, und dem gemeinsamen Kind Tamara, geb. am 15.1.1944 Hamburg, aufgeführt. Iwan Balenko wurde am 9. Dezember 1944 aus dem "Gemeinschaftslager Maierhof" der Junghans A.G., Schramberg/Rottweil, in das "Ostarbeiterlager", Weg 4, Hamburg-Langenhorn, verlegt, demnach zusammen mit seiner hochschwangeren Frau Lena Balenko. Es ist anzunehmen, dass es sich um dieselbe Familie handelt, da die Namen und die Geburtsdaten große Ähnlichkeit aufweisen und die Ausländermeldekartei fehlerhafte Eintragungen bei Namen und Lebensdaten enthält.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde die 19-jährige Olena Balenow im Krankenhaus Alsterdorf aufgenommen. Neun Tage nach der Entbindung, am 25. Januar 1944, kam sie mit ihrer Tochter Tamara zurück in das "Ostarbeiterlager Tannenkoppel". Dort musste Tamara die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.

Tamara verstarb dort am 29. Januar 1945 um 4:30 Uhr. In der Todesanzeige des Polizeipräsidenten, unterzeichnet "i. A. Hillmann L. A.", ist ohne "amtliche Ermittlungen" und ohne Angabe eines Arztes als Todesursache "Innere Ursache" angegeben.

Tamara wurde 1 Jahr und 13 Tage alt.

Vierzehn Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 13. Februar 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Bo 63, Reihe 32, Nr. 21. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 30 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Bo 63 eingeebnet.

Stand: Oktober 2021
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg 1 b, Geburtsregister 62/1944 Tamara Balenow; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 107, S. 274; StaH 131-1 II, 519 Listen der von 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 227; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9962 u. 256/1945 Tamara Balenow; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64403 u. 256/1945 Tamara Balenow; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Krankenhaus Alsterdorf 2.1.2.1 / 70646167, Geburtsurkunde 2.2.2.3 / 76926541 Tamara Balenow, Sterbeurkunde 2.2.2.4 / 77078800 Tamara Balenow; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1945.

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