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Max Ernest Duvert * 1945

Essener Straße 54 (Hamburg-Nord, Langenhorn)


MAX ERNEST
DUVERT
GEB. 11.5.1945
TOT 22.5.1945
TOT AN DEN FOLGEN

further stumbling stones in Essener Straße 54:
Tamara Balenow, Elfriede Barabanowa, Jury Belikowa, namenloses Mädchen Beltschikowa, Walentina Beretschnoj, Victor Bilous, Elsa Borisowa, Vladimir Bowton, Leopold Colman, Anatoli Dubskaja, Serge Duvert, Knabe Fedyk, Swetlana Harkawtschuk, Anatoli Kobilko, Luja Kolomejtschuk, Ilda Konforowitsch, Waldemar Kosowzow, Schura Kotschezeschko, Paul Kowalewa, Alex Kritzkaja, Valentin Lewonenko, Raisa Lomonossowa, Josef Mrosowska, Galina Nasarowa, Luba Nesterowitsch, Alexandra Nikolajew, Maria Ostagowa, Sina Paratschenko, Annatoli Podwinskaja, Damara Pogrebnikowa, Lydia Poliwara, Iwan Poliwara, Regina Larissa Prieditis, Iwan Ragulina, Wasilij Romanenko, Alexander Sabluswitschke, Klawa Schurawel, Anatoli Slusar, Namenloses Mädchen Solowey, Knabe Stefa, Valentin Tkatschow, Viktor Tomaschuk, Luba Tulup, Sigmund Tuschinska, René-Yves Vitel, Boris Wenik, Genja Woronez, Walodja Woronzow, Anatoli Zebenko

Max Ernest Duvert, geb. am 11.5.1945 in Hamburg, gestorben am 22.5.1945

Essener Straße 54
früher Lager Tannenkoppel, Weg 4, auch "Tarpenbek" genannt
Zwangsarbeitslager der Rüstungsindustrie in Hamburg Langenhorn


Max Ernest Duvert kam am 11. Mai 1945 in Hamburg zur Welt. Seine Eltern, Hélène Julie, geb. Mouceau, geb. am 24.8.1917 in Nemours, und Jules Ernest Duvert, geb. am 31.7.1917 ebenfalls in Nemours, waren katholischen Glaubens und hatten dort am 31. Mai 1941 geheiratet. Aus ihrer Heimat Frankreich verschleppt, mussten sie zunächst in Hamburg-Langenhorn für die Hanseatische Kettenwerk GmbH (HAK) Zwangsarbeit leisten, Hélène seit dem 29. Oktober 1942, Jules seit dem 14. April 1943. Sie waren im "Gemeinschaftslager Tarpenbeck", Weg 4, getrennt voneinander im Frauen- und Männerlager untergebracht.

Am 27. Mai 1944 brachte Hélène Duvert im Allgemeinen Krankenhaus Alsterdorf ihren ersten Sohn Serge zur Welt, der bereits im Alter von zwei Monaten am 8. August 1944 im Hilfskrankenhaus Wintermoor verstarb.

Seit Ende November 1944 galt Serges Vater Jules Ernest Duvert, von Beruf Bäcker, als "unbekannt verzogen". Ob er sich bereits zu dieser Zeit in das seit dem 25. August 1944 befreite Frankreich hatte absetzen können oder ob er an einem anderen Ort zur Zwangsarbeit eingesetzt wurde, konnte bisher nicht geklärt werden.

Hélène Duvert wurde seit dem 12. Februar 1945 als Küchenhilfe in der Sportstraße, Groß-Borstel, eingesetzt und war im dortigen Gemeinschaftslager der Deutschen Arbeitsfront (DAF) untergebracht. Sie bekam ein monatliches "Gehalt" von 33,50 RM sowie Verpflegung (Ihre Personalakte trug das Zeichen L. H. 2209.).

Drei Tage nach Kriegsende, am Tag der Geburt ihres Kindes, wurde Hélène Julie Duvert in der Universitätsklinik Eppendorf aufgenommen. Am 11. Mai 1945 um 8:00 Uhr brachte sie in einer Spontangeburt einen "fast reifen" Knaben zur Welt.

Ihr zweiter Sohn Max Ernest war 48 cm groß und 2800 Gramm schwer. Während des Wochenbetts, das fieberhaft verlief, bekam Hélène Julie Duvert Masern. Nach drei Tagen wurden sie am 13. Mai 1945 in Pavillon 63 verlegt. Max Ernests Leben währte nur wenige Tage. Am 22. Mai 1945 verstarb er in der Universitätsklinik Eppendorf.

In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Masern", "Pneumonie" (Lungenentzündung), Herz- u. Kreislaufschwäche" und als unterzeichnender Arzt May angegeben.

Max Ernest wurde 11 Tage alt.

Sieben Tage nach seinem Tod fand am 29. Mai 1945 seine Beisetzung auf dem Friedhof Ohlsdorf statt. Sein Grab (Grablage: Q 39, Reihe 17, Nr. 31) befand sich in der Nähe der Grabstelle seines Bruders Serge. Beide Gräber sind nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurden sie zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Jules Ernest Duvert war zu dieser Zeit bereits nach Frankreich zurückgekehrt.
Ein Stolperstein für Max Ernest wurde am 27. Juni 2018 neben dem seines Bruders Serge aus dem Lager Tannenkoppel in der Essener Straße, Langenhorn, eingeweiht.

© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg-Eppendorf, Geburtsregister 991/1945 Max Ernest Duvert; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 85, S. 176; 131-1 II_2721 Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 31; StaH 131-1 II, 3896 Listen der in Hamburg während des Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Ausländer. Band 1: Franzosen, S. 30; StaH 332-5, Sterberegister 9959 u. 1127/1945 Max Ernest Duvert; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945; StaH 332-8 Meldewesen, Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2357 Sportstraße DAF Lager; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Geburtsurkunde 2.2.2.3 / 76949519 Max Ernest Duvert, Sterbeurkunde 2.2.2.4 / 77083251 Max Ernest Duvert, DE ITS 2.1.2.1 HA 001 11 FRA ZM/70646945/70642598, DE ITS 2.1.2.1 HA 001 11 NiE ZM/70647749; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1945.

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