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Nicolai Malundra * 1944
Weidenbaumsweg Bushaltestelle: Am Güterbahnhof (Bergedorf, Bergedorf)
NICOLAI MALUNDRA
GEB. 16.12.1944
MUTTER IN ZWANGSARBEIT
KARTONAGENFABRIK
ARMBRUSTER
TOT 1.3.1945
Weitere Stolpersteine in Weidenbaumsweg Bushaltestelle: Am Güterbahnhof:
Anatoly Püwnuk
Nicolai Malundra, geb. am 16.12.1944 in Hamburg, verstorben am 1.3.1945 in Hamburg
Weidenbaumsweg Bushaltestelle: Am Güterbahnhof (Bergedorf),
heute Weidenbaumsweg 69, ehemals Weidenbaumsweg 19, Kartonagenfabrik Armbruster
Nicolai Malundra kam am 16. Dezember 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Marie Malundra, geb. am 14.11.1922 in Janoschana/Poltawa, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Ukraine verschleppt, wurde sie zunächst in Wilhelmsburg, in der Hindenburgstraße, zur Zwangsarbeit eingesetzt, wo genau ist nicht bekannt. Am 30. Dezember 1943 kam sie in das Allgemeinen Krankenhaus Langenhorn und wurde an "Phlegmonen" behandelt. Nach einem Monat kehrte sie am 28. Januar 1944 in die Hindenburgstraße zurück.
In der kommenden Zeit musste sie in Hamburg-Bergedorf in der Kartonagenfabrik Max Armbruster & Co. GmbH Zwangsarbeit leisten. Marie Malundra war im Lager Weidenbaumsweg 19, heute Nr. 69, untergebracht und in dieser Zeit schwanger.
Am 16. Dezember 1944, dem Tag der Geburt ihres Kindes, wurde Marie Malundra in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Nicolai am 24. Dezember 1944 zurück in das Lager Weidenbaumsweg. Dort musste Nicolai die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Er verstarb dort am 1. März 1945 um 5:30 Uhr. Im Sterberegister ist als Todesursache "Frühgeburt" "Lebensschwäche." "Pneumonie." (Lungenentzündung) angegeben. Die Lagerführerin Henny Jacobsen zeigte den Sterbefall mündlich an.
Nicolai wurde 2 Monate und 13 Tage alt.
Zwei Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 3. März 1945 auf dem Neuen Friedhof Bergedorf statt, Grablage: Abteilung 38, Nr. 514, zusammen im Grab mit Wladislaw Maciejczyk.
Im Archives Arolsen befindet sich ein Dokument der Vereinigung Volkseigener Betriebe "Pharma" Pharmazeutische Werke BYK aus Oranienburg vom 22. Mai 1950. Darin werden dem "Suchdienst für vermisste Deutsche in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands" in einer Aufstellung 15 Namen von "Ausländern" mitgeteilt, die bei einem Fliegerangriff am 15. März 1945 ums Leben gekommen waren. 9 davon konnten mit ihren Geburtsdaten identifiziert werden, 3 Belgier, 1 Belgierin, 2 Franzosen, 1 Holländer und 1 Tscheche. 6 Frauen galten als nicht identifizierbar, jedoch sie galten als "Ostarbeiterinnen von der Firma Armbruster, Hamburg. Darunter befanden sich Irina Nisch, Schura Hirlo, Sotitza Hirlo, Lidiga Tahtariz, Lidiga Katschanowa, (sie ist in einer Krankenkasssenliste als Lidiga Kubischowa, geb. 24.3.1925, geb. Kubischowa, aufgeführt) und dazu Maria Malundra, also höchstwahrscheinlich auch Nicolais Mutter.
Eigentümer der Armbruster & Co. GmbH war die Bremer Fruchthandelsgesellschaft Scipio, Geschäftsführer Kurt Nitzsche. Zunächst wurden u. a. Trommeln für Käselaibe und Kartonverpackungen für Granaten hergestellt, dann unter strenger Geheimhaltung für die Rüstungsindustrie Abbrennhülsen für die V2-Rakete.
Stand: April 2026
© Margot Löhr
Quellen: Standesamt Hamburg-Uhlenhorst, Geburtsregister 30/1945 Nicolai Malundra; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 10511 u. 214/1945 Nicolai Malundra; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4598; Arolsen Archives, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646054, Doc. 70641850; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/index.php/en/szukaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017.)

