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Anatoly Püwnuk * 1945
Weidenbaumsweg Bushaltestelle: Am Güterbahnhof (Bergedorf, Bergedorf)
ANATOLY PÜWNUK
GEB. 7.1.1945
MUTTER IN ZWANGSARBEIT
KARTONAGENFABRIK
ARMBRUSTER
TOT 6.2.1945
Weitere Stolpersteine in Weidenbaumsweg Bushaltestelle: Am Güterbahnhof:
Nicolai Malundra
Anatoly Püwnuk, geb. am 7.1.1945 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Weidenbaumsweg Bushaltestelle: Am Güterbahnhof (Bergedorf, Bergedorf)
heute Weidenbaumsweg 69, ehemals Weidenbaumsweg 19, Kartonagenfabrik Armbruster
Anatoly Püwnuk kam am 7. Januar 1945 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Jewdokija Püwnuk, geb. am 14.8.1918 in Rublanka, war ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, kam sie nach Hamburg-Barmbek und musste für die Walkhoff Fischindustrie Zwangsarbeit leisten. Sie war im "Ostarbeiterlager" Alter Teichweg 55/57 untergebracht und in dieser Zeit schwanger.
Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde sie in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Sieben Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Anatoly am 14. Januar 1944 zurück in das Lager Alter Teichweg.
In der nächsten Zeit erfolgte die Verlegung nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Weidenbaumsweg 19, heute Nr. 69, zur Zwangsarbeit für die Kartonagenfabrik Max Armbruster & Co. GmbH. Dort musste Anatoly die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Er verstarb dort am 6. Februar 1945 um 19:15 Uhr. Im Sterberegister ist als Todesursache "Frühgeburt. Lebensschwäche. Krämpfe" angegeben. Die Lagerhelferin "Ehefrau" Elsbeth Lideka zeigte den Sterbefall mündlich an.
Anatoly wurde 4 Wochen und 2 Tage alt.
Acht Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am Mittwoch, den 14. Februar 1945, um 9:30 Uhr auf dem Neuen Friedhof Bergedorf statt, Grablage: Abteilung 38, Nr. 514 "zu Kopf rechts". Laut Beerdigungsschein des Standesamtes Bergedorf musste Jewdokija Püwnuk für die Beerdigungskosten aufkommen.
Eigentümer der Armbruster & Co. GmbH war die Bremer Fruchthandelsgesellschaft Scipio, Geschäftsführer Kurt Nitzsche. Zunächst wurden u. a. Trommeln für Käselaibe und Kartonverpackungen für Granaten hergestellt, dann unter strenger Geheimhaltung für die Rüstungsindustrie Abbrennhülsen für die V2-Rakete.
Stand: April 2026
© Margot Löhr
Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 158/1945 Anatoly Püwnuk; 131-1 II, 2723, Gräber russischer Kriegsgefangener und Ostarbeiter auf Friedhöfen des Hamburger Gebiets, S. 152; 332-4, Ermittlungen der Registerstelle für den Internationalen Suchdienst in Arolsen und andere Stellen über den Tod ausländischer, vereinzelt auch deutscher Staatsangehöriger in der NS-Zeit, Nr. 1891; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 10511 u. 142/1945 Anatoly Püwnuk; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4600; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646058; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016.

