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David Schlesinger * 1930
Durchschnitt 1 (Eimsbüttel, Rotherbaum)
HIER WOHNTE
DAVID SCHLESINGER
JG. 1930
DEPORTIERT 1941
RIGA-JUNGFERNHOF
ERMORDET 26.3.1942
Weitere Stolpersteine in Durchschnitt 1:
Hans Borchardt, Martha Borchardt, Raphael Friedländer, Jeanette Friedländer, Sarah Heimann, Julius Levi, Lea Schlesinger, Gottschalk Schlesinger, Friederike Schlesinger, Michael Schlesinger
Lea Schlesinger, geb. Lange, geb. 20.4.1896 in Frankfurt/Main, deportiert am 6.12.1941 in das Außenlager Jungfernhof des Gettos Riga ermordet am 26.3.1942
Gottschalk Getsch Schlesinger, geb. 21.9.1921 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 in das Außenlager Jungfernhof des Gettos Riga
Friederike Schlesinger, geb. 6.3.1927 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 in das Außenlager Jungfernhof des Gettos Riga, ermordet am 26.3.1942
Michael Schlesinger, geb. 6.3.1927 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 in das Außenlager Jungfernhof des Gettos Riga, ermordet am 26.3.1942
David Schlesinger, geb. 9.1.1930 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 in das Außenlager Jungfernhof des Gettos Riga, ermordet am 26.3.1942
Durchschnitt 1
Lea Lange und Israel Schlesinger (geb. 9.1.1893), Sohn des Händlers Michel Schlesinger (1856–1930) und dessen Ehefrau Golde, geb. Gabriellewicz (1860-1898), heirateten am 9. August 1920 in Hamburg. Als Trauzeugen fungierten die beiden Väter. Leas Eltern waren Ester, geb. Auerbach (1868-1942) und der Kaufmann Max Lange (1863-1924). Beide hatten mehrere Geschwister. Israel handelte mit Häuten und Fellen, für Lea ist im Standesamtsregister Kontoristin als Beruf verzeichnet.
Das Paar bezog eine Wohnung in der Bismarckstraße 31. Im Laufe der nächsten Jahre bekam es acht Kinder: Gottschalk Getsch, geboren am 21. September 1921, Golde Hanna, geboren am 20. November 1922, Isak, geboren am 10. März 1924, Betty, geboren am 31. Oktober 1925, die Zwillinge Friederike und Michael, geboren am 6. März 1927, Röschen Shoshana, geboren am 28. August 1928 und schließlich David Dan, geboren am 9. Januar 1930.
Drei Monate nach der Geburt des Jüngsten starb Israel Schlesinger am 14. Mai 1930 im Israelitischen Krankenhaus. Sein Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof Langenfelde.
Vor seinem Tod schon länger erkrankt, hatte er keine Einkünfte mehr erzielt. Da eventuelle finanzielle Rücklagen auch nicht vorhanden waren, musste Lea Schlesinger Wohlfahrtsunterstützung beantragen. Anhand der Fürsorgeakte ist ihre Lebenssituation bis Ende 1938 gut nachzuvollziehen.
Die Wohnung in der Bismarckstraße ließ sich vermutlich aus finanziellen Gründen nicht länger halten, im Frühjahr 1931 zog Lea mit ihren Kindern in den ersten Stock in der Straße Durchschnitt 1.
Das Haus gehörte der Louis Levy Stiftung, die Wohnraum für bedürftige jüdische Familien zur Verfügung stellte. Bewerber mussten ihre Mitgliedschaft in einer jüdischen Gemeinde nachweisen und außerdem nach orthodoxem Ritus leben. Lea war, wie wahrscheinlich auch ihr Mann, in einer orthodoxen Familie aufgewachsen und führte einen rituellen Haushalt.
Die Miete für die fünfeinhalb Zimmerwohnung von Familie Schlesinger bezahlte die Deutsch-Israelitische Gemeinde.
Wegen der Kinder, die zwischen einem und neun Jahre alt waren, konnte Lea ihrem Beruf nicht nachgehen. Außerdem war die junge Witwe durch den Tod ihres Mannes und die vielen Geburten gesundheitlich angeschlagen, wie es in der Akte heißt. Sie war nicht in der Lage, den großen Haushalt allein zu führen.
Entfernte Verwandte halfen mit finanziellen Mitteln. Um die Versorgung der Kinder zu gewährleisten, bezahlten sie eine Haushaltshilfe, unter der Bedingung, dass Lea ihre erblindete Mutter Esther Lange, die in der Hansastraße wohnte, regelmäßig besuchte, spazierenführte und ihr vorlas. Leas Vater war bereits 1924 gestorben, für Esthers Lebensunterhalt sorgten Leas Brüder.
Was wissen wir über das Aufwachsen der acht Kinder?
Hier Auszüge aus den Aufzeichnungen der Fürsorgebehörde, die regelmäßig Hausbesuche durchführte:
1931 besuchten die jüngeren Kinder Betty, Friedel, Michael und Röschen den Kindergarten der Agudas Yisroel, einer streng orthodoxen Vereinigung, in der nahen Bornstraße 2. In diesem Haus hatte Lea bis zu ihrer Heirat bei ihren Eltern gewohnt. Seit 1972 befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes eine Kita des Studierendenwerks Hamburg.
Im Jahr 1932 war Michael wegen einer ausgedehnten Verbrennung "auf lange Zeit bettlägerig und pflegebedürftig". Damals wurde noch häufig auf Kohleherden gekocht und auch die Öfen mit Holz oder Kohle befeuert, eine Gefahrenquelle nicht nur für Kinder.
Im Juni 1933 schrieb die Fürsorgerin nach einem Hausbesuch: "Frau Sch. selbst ist wie immer ziemlich herunter und recht nervös". Zu Leas Entlastung wurden Röschen, Isak und Michael nach Bad Segeberg verschickt. Die jüdische Sozialpolitikerin Sidonie Werner hatte dort 1908 ein Erholungsheim für bedürftige jüdische Kinder eröffnet. 1918 kaufte der von ihr mitgegründete Israelitisch-Humanitäre Frauenverein Hamburg die Villa und nannte sie seit 1920 "Sidonie Werner"-Haus. Das Gebäude beherbergt heute die Kunsthalle Flath.
Golde Hanna besuchte bis 1931 die Israelitische Höhere Töchterschule für Mädchen aus strenggläubigen Familien in der Bieberstraße. Als die Schule aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten schließen musste wechselte sie mit ihren Mitschülerinnen auf die Mädchenschule der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in der Carolinenstraße. In diese wurden 1933 auch Friederike und Betty eingeschult, Betty, weil sie schwach und kränklich war, ein Jahr später als üblich. Röschen folgte ihren Schwestern 1935.
Die älteren Jungen, Gottschalk Getsch und Isak, waren Schüler der Talmud Tora Schule am Grindelhof, in die später auch Michael und David aufgenommen wurden.
Das Jahr 1934/1935 verbrachte der damals zehnjährige Isak bei Verwandten in Unterfranken. Als diese nicht mehr für ihn sorgen konnten, weil sich die wirtschaftliche Lage für Jüdinnen und Juden durch die Verfolgungsmaßnahmen immer mehr verschlechterte, kehrte er nach Hamburg zurück.
Gottschalk war einer der besten Schüler der Talmud Tora Schule und hatte einen Freiplatz, d.h. für ihn musste kein Schulgeld bezahlt werden. Für den Kauf von Büchern bekam er zeitweilig Geld von der Schule. Bei einem Aufsatzwettbewerb gewann er die Teilnahme an einer vierwöchigen Gruppenreise in das damalige Britische Mandatsgebiet Palästina. Ende Februar 1936 ging es auf dem Dampfschiff "Tel Aviv" von Triest nach Haifa. Die anschließende Rundreise durch das Land muss bei den jungen Teilnehmern großen Eindruck gemacht haben.
1937 half Gottschalk Getsch in den Ferien in einem Sommerlager für jüdische Kinder und verdiente dadurch ein wenig Geld. Im Juli 1938 arbeitete er als Helfer in der Tageskolonie Marienhöhe in Blankenese. Der jüdische Geschäftsmann Julius Asch hatte auf seinem Gutsgelände eine Kindertagesstätte sowie Hütten bauen lassen, die für bedürftige jüdische Kinder genutzt werden konnten. Die Marienhöhe muss "ein Paradies fernab der Stadt gewesen sein [..], mit Hühnern, Enten und anderen Tieren sowie den Gerätschaften eines bäuerlichen Hofes", wie es in einem Bericht heißt. Julius Asch musste die Marienhöhe im November 1938 verkaufen und nahm sich im Januar 1939 das Leben (siehe www.stolpersteine-hamburg.de).
Golde Hanna beendete im Mai 1937 die Schule und war bis Ostern 1938 bei Verwandten in Bayern untergebracht, was Kosten sparen sollte. Anschließend besuchte sie die jüdische Haushaltungsschule in der Heimhuder Straße 70. Diese bot jungen schulentlassenen Mädchen Kurse in Hauswirtschaftslehre, Gesundheitslehre und hauswirtschaftlicher Buchführung. Außerdem wurden Hebräisch gelehrt sowie Näh- und Zuschneidekurse durchgeführt. Da jüdische Jugendliche zu der Zeit keine Möglichkeit mehr hatten, eine Lehre zu absolvieren, war das die einzige Ausbildungsmöglichkeit. Diese diente auch zur Vorbereitung auf eine eventuelle Auswanderung in das Britische Mandatsgebiet Palästina.
Ostern 1939 begann Golde ein Praktikum in der Diätküche des Israelitischen Krankenhauses in der Eckernförder Straße mit dem Ziel, mit Erreichen des 18. Lebensjahres eine Ausbildung zur Krankenschwester zu beginnen.
Die antisemitischen Exzesse im November 1938 bedeuteten einen Wendepunkt im Leben der jüdischen Deutschen. Die Menschen, die keine Fluchtmöglichkeit ins Ausland hatten, versuchten nun, wenigstens ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. So auch Lea Schlesinger.
Ihr ältester Sohn Gottschalk Getsch verließ Hamburg als erster. Nach dem Novemberpogrom 1938 brach er trotz seiner guten Leistungen die Schule ab, um sich auf eine Auswanderung nach Palästina vorzubereiten. In der Gärtnerei des Landwerks Neuendorf im Sande bei Fürstenwalde, einer jüdischen Ausbildungsstätte, lebte und arbeitete er mit anderen Jugendlichen zusammen. Als Jude konnte er jedoch die Ausbildung zum Gärtner nicht durch eine ordnungsgemäße Gesellenprüfung abschließen, wie seine Schwester Röschen nach dem Krieg schrieb.
Von Getsch existiert im Archiv der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem ein handgeschriebener Brief, den er im Namen seiner Chewra (Gruppe) des "Noar Agudati Israel" am 15. April 1939 an seinen Neuendorfer Madrich (Jugendgruppenleiter) Josef Schwarz schrieb. Bei dieser Gruppe handelte es sich um die Jugendorganisation des orthodox-religiösen Verbandes "Agudas Jisroel".
Josef Schwarz hatte seine Mutter verloren, und Getsch, der ohne Vater aufwachsen musste, schrieb. "Lieber Josef, Schweres hat Dich betroffen, und ich weiß nicht, wie ich Dir mein Mitgefühl ausdrücken soll. Du weißt ja, daß ich nur schlecht über meine Gefühle sprechen kann. So muß es Dir denn genügen, wenn ich Dir ganz schlicht sage, daß ich mit Dir fühle, mehr vielleicht als jeder andere."
Im Februar 1939 schickte Lea die Zwillinge Friederike und Michael mit einem Kindertransport nach Belgien.
Ihre Tochter Betty gelangte am 12./13. Juni 1939 mit einem Kindertransport nach England. Zusammen mit 178 Kindern aus dem gesamten Reichsgebiet, darunter elf weiteren aus Hamburg, fuhr sie auf der "Europa" von Bremen nach Southampton. Mit an Bord waren u.a. Alfred Baumwollspinner (s. www.stolpersteine-hamburg.de Sigmund und Amalie Baumwollspinner) und Margot Alsberg (s. www.stolpersteine-hamburg.de Ernst und Gertrud Alsberg).
Röschen entkam der nationalsozialistischen Verfolgung ebenfalls 1939 mit einem Kindertransport nach England. Den genauen Zeitpunkt kennen wir nicht.
Golde schaffte es noch im November 1939, zwei Monate nach Kriegsbeginn, in das Britische Mandatsgebiet Palästina einzuwandern. Ihren Bruder Isak rettete ein Zertifikat der Aliyat Hano’ar. Diese Organisation brachte Kinder und Jugendliche, die von den britischen Behörden nicht der Einwanderungsquote zugerechnet wurden, in Kibbuzim unter. Dort lernten sie die hebräische Sprache und arbeiteten in der Landwirtschaft.
Zurück zu Lea. Ihre Mutter Esther Lange zog im Februar 1939 zu Leas dort verheirateter Schwester Toni Abrahams nach Amsterdam.
Nachdem auch ihre Kinder nach und nach Hamburg verließen wurde es immer stiller um Lea, die finanziellen Nöte ließen jedoch nicht nach. Bereits seit Dezember 1938 erhielt sie keine Zahlungen der Wohlfahrtsunterstützung mehr. Zu dem Zeitpunkt stellten die nationalsozialistischen Behörden die Unterstützung jüdischer Menschen ein. Diese Kosten mussten nun vollständig von der ehemaligen Jüdischen Gemeinde (dann "Jüdischer Religionsverband") übernommen werden.
In der Familie wird erzählt, dass Lea als Sekretärin für den Landesrabbiner Joseph Carlebach arbeitete. Wahrscheinlich war das spätestens seit dem Fortzug ihrer Mutter, für die sie nun nicht mehr sorgen musste, der Fall. Auf der Deportationsliste ist denn auch "Sekretärin" als ihr Beruf angegeben.
Am 10. Mai 1940 marschierte die deutsche Wehrmacht in das neutrale Belgien ein. Friederike und Michael, die in einem jüdischen Kinderheim bei Antwerpen untergebracht waren, gerieten dadurch in höchste Gefahr. Lea schaffte es irgendwie, die inzwischen 13jährigen Kinder nach Hamburg zurückzuholen. In der Wohnung im "Durchschnitt" lebte sie nun wieder mit dreien ihrer Kinder zusammen. Außer den Zwillingen und dem jüngsten Sohn David Dan wohnte dort zeitweilig auch mindestens noch eine Verwandte (s. www.stolpersteine-hamburg.de Sarah Heimann).
Gottschalk Getsch, der sich im Landwerk Neuendorf auf die ersehnte Auswanderung vorbereiten wollte, musste erleben, dass die Einrichtung nach den Novemberpogromen unter der Kontrolle von Gestapo und NS-Bauernschaft stand und "logistisches Zentrum von "Arbeitseinsätzen" in der Umgebung [wurde]. […] Umschulung bedeutete fortan Ausbeutung von Arbeitskraft und diente nicht mehr der selbstverwalteten jüdischen Berufsausbildung. Leben und Arbeit im Landwerk bekamen rapide fortschreitend Zwangscharakter".
Trotz der Verfolgungsbedingungen verstanden die Jugendlichen die Zwangsarbeit als "ihre Hachschara" und erlebten ein intensives Gemeinschaftsgefühl, wie es in dem Bericht einer Überlebenden heißt. Sie "erinnerte sich an die Freitagabende und Feiertage, die mit Gebet, Gesang und besonderem Essen begangen wurden und sogar an Musik- und Tanzabende. "Freundschaften wurden geschlossen, einige fürs ganze Leben."
Getsch verließ Neuendorf 1941 zu einem uns nicht bekannten Zeitpunkt und hielt sich anschließend in Berlin auf. Seine Adresse dort ist mit Rosenthaler Straße 26 angegeben. Als seine Mutter und seine Geschwister den Deportationsbefehl zum 6. Dezember 1941 nach Riga im deutsch besetzten Lettland erhielten, schloss er sich "freiwillig" dem Transport an. Da das Getto von Riga bei ihrer Ankunft überfüllt war, brachte man die Menschen in dem heruntergekommenen ehemaligen Gut Jungfernhof unter. Hier war trotz des eisigen Winters nichts für die Deportierten vorbereitet. Sie mussten in nicht beheizbaren Scheunen und Ställen leben, eine Notküche und Latrinen einrichten. Zudem erschoss der SS-Lagerleiter beim geringsten Anlass Häftlinge. Hunderte starben unter diesen Bedingungen schon im Winter. Im März hieß es, nur eine kleine Gruppe solle auf dem Jungfernhof bleiben, die übrigen kämen jetzt nach Dünamünde. Sie würde bessere Unterkünfte erhalten und sollten in einer Fischfabrik arbeiten. Das war eine Lüge: Sie wurden in den nahegelegenen Wald von Bikernieki gefahren und erschossen. Auch Lea, Friederike, Michael und David Dan Schlesinger fielen der "Aktion Dünamünde" zum Opfer.
Wann und wo Gottschalk Getsch umkam wissen wir nicht.
Zum Schicksal der weiteren Familie:
Sowohl Israel als auch Lea hatten mehrere Geschwister. Lea war die Älteste von sechs Kindern, ein Jahr nach ihr war ihr Bruder Isaak geboren worden (geb. 10.3.1897 in Frankfurt/Main). Es folgten die Schwester Toni (geb. 22.10.1898 in Frankfurt/Main), die Brüder Marcus Mordechai (geb. 24.6.1901 in Seligenstadt) und Josef (geb. 6.1.1910 in Hamburg) sowie eine weitere Schwester, Gertrud (geb. 17.10.1910 in Hamburg).
Ein Zwillingspaar war vier Wochen nach der Geburt gestorben.
Marcus und seine Frau Senta, geb. Hesse (geb. 16.1.1910) und Josef konnten in das damalige Britische Mandatsgebiet Palästina auswandern, Gertrud zog 1933 nach Rumänien und überlebte. Isaak Lange flüchtete 1939 mit seiner Frau Martha, geb. Cohn (geb. 16.9.1909 in Hamburg) und dem kleinen Sohn Michael (geb. 25.1.1937) in die Niederlande. 1944 wurde die Familie im niederländischen Durchgangslager Westerbork interniert und in das Getto Theresienstadt deportiert. Alle drei starben in Auschwitz.
Leas Mutter Esther Lange lebte wie schon erwähnt bei ihrer Tochter Toni in den Niederlanden. Toni hatte 1925 in Amsterdam den Kaufmann Emil Abrahams (geb. 8.6.1895) geheiratet. 1943 wurde Esther im Durchgangslager Westerbork interniert und nach Auschwitz deportiert. Als ihr Todestag ist der 17. September 1943 angegeben. An sie erinnert ein Stolperstein in der Hansastraße 27. Toni erlitt das gleiche Schicksal, ihr Ehemann und ihre drei Kinder überlebten.
Israel hatte fünf Schwestern: Friederike (2.1.1889-12.7.1922), die Zwillinge Edel und Hadassa (geb. 4.1.1891), Hanne (31.12.1894-11.4.1919) und Chawa Eva (geb. 31.1.1898). Hadassa wurde am 25. Oktober 1941 von Hamburg in das Getto "Litzmannstadt"/Lodz deportiert. Edel und Chawa lebten in den 1950er Jahren in Israel.
Stand: April 2026
© Sabine Brunotte
Quellen: 1; 5; 6; StaH 332-5_2310; StaH 332-5_8742; StaH 332-5_966; StaH Sterberegister Standesamt Hmb. 02A, Urkunde Nr. 466; Sterberegister Standesamt Hmb. 02, Urkunde Nr. 1588; StaH 332-5_2195, Sterberegister Standesamt Hmb. 03, Urkunde Nr. 455;
StaH 332-5_2252; StaH 332-5_2369, Sterberegister Standesamt Hmb 03, Urkunde 260; StaH 332-5_2455; StaH 351-11_18596; StaH 351-11_44825; StaH 351-11_46518; StaH 351-11_45524; StaH 362-6 Oberschulbehörde 10 Talmud Tora Schule 22; Michael Studemund-Halévy, Anna Menny (Hrsg.) Ort und Erinnerung, ein historischer Streifzug durch das Jüdische Hamburg von 1930, Hamburg 2013, S.57; https://taz.de/Schwieriges-Erbe/!5032194/ Artikel zur Villa Flath vom 29.9.2014, Zugriff 21.11.2025; Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg, Nr.1 1937, S.15, online eingesehen unter https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/titleinfo/5445087 Zugriff 21.11.2025;
Friedemann Hellwig, Frauke Steinhäuser, Alan Kramer, Petra Bopp (Hrsg.), Menschen, die plötzlich nicht mehr da waren, Jüdisches Leben in Hamburg-Blankenese, Hamburg 2024,S. 205 ff;
https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=40228 16. England-Transport der garantierten Kinder am 12/13. Juni 1939 via Bremen mit dem Dampfer "Europa" (ID: 40228), Zugriff 21.11.2025; https://collecties.kampwesterbork.nl/persoon/https%3A%2F%2Fkampwesterbork.nl%2Fdata%2Fperson%2F12827845 Zugriff 21.11.2025;
Pilarczyk, Ulrike/Ashkenazi, Ofer/Homann, Arne (Hg.), Hachschara und Jugend-Alija, Wege jüdischer Jugend nach Palästina 1918-1941, Gifhorn 2020, S. 155 f,online unter https://leopard.tu-braunschweig.de/servlets/MCRFileNodeServlet/dbbs_derivate_00048176/Pilarczyk_Ashkenazi_Homann%20Hachschara%20und%20Jugend-Alija.pdf Zugriff 17.1.2026; https://spurenimvest.de/2024/09/08/schlesinger-gottschalk/, Zugriff 17.1.2026;
https://www.joodsmonument.nl/en/page/179265/toni-abrahams-lange Zugriff 17.1.2026.
geprüft, nicht redigiert, Beate Meyer 24.3.2026

