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Bereits verlegte Stolpersteine



Jerzy Antoni Biernat * 1945

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

JERZY ANTONI
BIERNAT
GEB. 28.1.1945
TOT 5.6.1945

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak

Jerzy Antoni Biernat, geb. am 28.1.1945 in Hamburg, verstorben am 6.6.1945 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Jerzy Antoni Biernat kam am 28. Januar 1945 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Marie Sofie Biernat, geb. am 28.4.1919 in Saybusch/Oberschlesien, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie in Hamburg-Bergedorf seit dem 10. Juni 1940 für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten. Im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) war sie untergebracht.

Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde Marie Biernat in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Jerzy am 4. Januar 1945 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Jerzy die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Kurz nach Kriegsende verstarb er im Allgemeinen Kinderkrankenhaus Rothenburgsort am 6. Juni 1945 um 17:05 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Ernährungsstörung" und seine Körpergröße mit 53 cm angegeben.
In diesem Dokument ist von Krankenschwester L. Hasse vermerkt, die Angaben seien auf Grund "der Aufnahme Akte: 1393" erstattet worden, "da [die Eltern] telephonisch und schriftlich nicht erreichbar".
Demnach war sein Vater Tadeusz Maczka, wohnhaft mit Marie Biernat im Lager Kampchaussee 9.

Jerzy wurde 4 Monate und 9 Tage alt.

Sechs Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 12. Juni 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 18, Nr. 41. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Am 15. Mai 1945 wurde Marie Biernat noch wegen einer Baucherkrankung in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert und nach zwei Tagen wieder entlassen.
An 1. Juni 1945 heiratete sie auf dem Standesamt Hamburg - nun mit dem angegebenen Beruf Schneiderin - den Schuhmacher Tadeusz-Stefan Marczka, geb. 10.10.1920 in Lemberg.

Stand: April 2026
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg Uhlenhorst, Geburtsregister 336/1945 Jerzy Antoni Biernat; StaH 131-1 II, 517, Listen der in Hamburg während des Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Ausländer. Band 2: Sowjetbürger, Polen, Niederländer und Belgier, S. 144; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 178; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 81; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9952 u. 812/1944 Jerzy Antoni Biernat; StaH 332-5, Sterbefallsammelakten 64351 u. 812/1944 Jerzy Antoni Biernat; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646036, Geburtsurkunde 2.2.2.3 / 76931304 Jerzy Antoni Biernat; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/index.php/en/szukaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1945.

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