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Sophia Galeza * 1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

SOPHIA GALEZA
GEB. 6.10.1944
TOT 26.1.1945

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
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Sophia Galeza, geb. am 6.10.1944 in Hamburg, verstorben am 26.1.1945 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Sophia Galeza kam am 6. Oktober 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Regina Galeza, geb. am 31.3.1922 in Wola-Kizanska, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie seit dem 7. August 1943 in Hamburg-Allermöhe 73 (1943 Billwerder Billdeich, heute Allermöher Deich 145) bei Henry Stubbe Zwangsarbeit leisten. In der Ausländermeldekartei ist sie als landwirtschaftliche Arbeiterin mit Wanderschein registriert. Am 30. August 1944 kam sie dann, inzwischen hochschwanger, zum Arbeitseinsatz für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG nach Hamburg-Bergedorf. Im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) war sie untergebracht.

Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde sie in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Neun Tage nach der Entbindung kehrte Regina Galeza mit ihrer Tochter Sophia am 14. Oktober 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Sophia die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.

Am 11. Januar 1945 wurde sie mit der Diagnose "Ernährungsstörung" in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Im Krankenhausprotokoll ist sie als entlassen mit unbekanntem Entlassungsort verzeichnet. Dass dies tatsächlich erfolgte, ist unwahrscheinlich, denn fünfzehn Tage später verstarb sie dort am 26. Januar 1945 um 12:30 Uhr.
In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Cachexie" (Auszehrung) und "Kreislaufschwäche" und als unterzeichnender Arzt Linkon angegeben.

Sophia wurde 3 Monate, 2 Wochen und 1 Tag alt.

Neunzehn Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 12. Februar 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 10, Nr. 12. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Regina Galeza wurde am 15. April 1945 nach Hamburg-Allermöhe 73 zurückverlegt zur Zwangsarbeit für Henry Stubbe. Nach Kriegsende ist sie als "unbekannt verzogen" registriert.

Stand: April 2026
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg-Uhlenhorst, Geburtsregister 1739/1944 Sophia Galeza; StaH 131-1 II, 517, Listen der in Hamburg während des Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Ausländer. Band 2: Sowjetbürger, Polen, Niederländer und Belgier, S. 144; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 140, S. 259; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 239; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 120; 131-1 II, 2723, Gräber russischer Kriegsgefangener und Ostarbeiter auf Friedhöfen des Hamburger Gebiets, S. 135; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9962 u. 205/1945 Sophia Galeza; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64403 u.205/1945 Sophia Galeza; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4595; StaH 332-8, A 51/1 Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2572 Allermöhe; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 128; Auskünfte Martin Kriwet, ITS Archives Arolsen, Copy of 2.1.2.1 / 70641821 Gräberliste Friedhof Hamburg-Ohlsdorf, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646037; Bergedorfer Adreßbuch mit Geesthacht, Lohbrügge und Umgegend 1938, Allermöhe, Hamburger Adressbuch 1943; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/index.php/en/szukaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017; Archiv Friedhofsverw. Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1945.

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