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Georg Gubanska * 1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

GEORG GUBANSKA
GEB. 6.11.1944
TOT 8.2.1945

further stumbling stones in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak

Georg Gubanska, geb. am 6.11.1944 in Hamburg, verstorben am 8.2.1945 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Georg Gubanska kam am 6. November 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Eugenia Gubanska, geb. am 3.1.1907 in Leningrad, war ledig. Aus ihrer Heimat Russland verschleppt, musste sie seit dem 14. Juli 1942 in Hamburg-Bergedorf als "Flechterin" für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht und in dieser Zeit schwanger.

Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde Eugenia Gubanska in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Neun Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Georg am 14. November 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Georg die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Am 2. Februar 1945 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose "Ernährungsstörung" eingeliefert. Vier Tage später verstarb er dort am 8. Februar 1945 um 7:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Ernährungsstörung" und als unterzeichnender Arzt Sosnin angegeben.

Georg wurde 3 Monate und 2 Tage alt.

Elf Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 19. Februar 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 10, Nr. 26. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Ob es sich bei der in der Ausländermeldekartei verzeichneten Helena Gubanska, geb. am 1.3.1908 in Lodz, Kassiererin, Arbeiterin, römisch-katholischen Glaubens und ledig, um eine Angehörige von Georg handelt, konnte nicht geklärt werden. Sie war als Zwangsarbeiterin seit dem 19. April 1944 ebenfalls in dem Lager Kampchaussee 9 untergebracht.

© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg-Uhlenhorst, Geburtsregister 1944 Georg Gubanska; StaH 131-1 II, 517, Listen der in Hamburg während des Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Ausländer. Band 2: Sowjetbürger, Polen, Niederländer und Belgier, S. 82; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 260; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 244; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 121; 131-1 II, 2723, Gräber russischer Kriegsgefangener und Ostarbeiter auf Friedhöfen des Hamburger Gebiets, S. 137; 131-1 II, 2724, Polnische Gräber auf Hamburger Gebiet – Erfassungsaktion des Polnischen Roten Kreuzes, S. 30; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9962 u. 301/1945 Georg Gubanska; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64403 u. 301/1945 Georg Gubanska; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4595; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 136; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646049; 70643780; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1945.

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