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Bereits verlegte Stolpersteine



Genovefa Klesczynska * 1943

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

GENOVEFA
KLESCZYNSKA
GEB. 16.12.1943
TOT 17.12.1944

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak

Genovefa Klesczynska, geb.am 16.12.1943 in Hamburg, verstorben am 17.12.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Genovefa Klesczynska kam am 16. Dezember 1943 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Palagia Klesczynska, geb. am 16.2.1916 in Gorzyce/Krs. Wylesnia, war römisch- katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie in Hamburg Zwangsarbeit leisten, zunächst ab 9. Dezember 1942 in Hamburg-Altona in der Kieler Straße "8 ..?" (Nr. nicht vollständig erkennbar). Sie war im Lager Falkenberg, Hamburg-Neugraben, untergebracht und in dieser Zeit schwanger.

Wechselnde Zwangsarbeitseinsatzorte sind für sie in der Ausländermeldekartei verzeichnet: am 6. August 1943 Wesermünde, am 26. Oktober 1943 wieder Hamburg-Neugraben, Lager Falkenberg. Hochschwanger kam Palagia Klesczynska dann am 22. April 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) zur Zwangsarbeit als "Spinnerin" für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde sie in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Vermutlich gab es Komplikationen, denn drei Wochen später erfolgte am 10. Januar 1944 ihre Verlegung zusammen mit ihrer Tochter Genovefa in das Ausweichkrankenhaus Wintermoor/Ehrhorn. Nach einer Zeit kamen beide wieder zurück in das Lager Kampchaussee.

Palagia Klesczynska wurde weiter an verschiedenen Orten zur Zwangsarbeit eingesetzt, am 27./29. Januar 1944 ist sie im Lager Hamburg-Ohlsdorf registriert, danach im Lager Sportstraße in Hamburg-Groß-Borstel und anschließend am 21. April 1944 wieder im Lager Kampchaussee. Ob Genovefa ebenfalls mit ihr in diesen Zwangsarbeitslagern untergebracht wurde oder im Lager Kampchaussee verblieb, ist nicht belegt. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.

Am 29. September 1944 wurde sie vom Lager Kampchaussee in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert, die Diagnose lautete "Ernährungsstörungen". Nach einem zweieinhalbmonatigen Aufenthalt verstarb sie dort am 17. Dezember 1944 um 10:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Lungentbc" und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Genovefa wurde 1 Jahr und 1 Tag alt.

Elf Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 28. Dezember 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Bo 63, Reihe 33, Nr. 25. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 30 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Bo 63 eingeebnet. Nur für drei Gräber erfolgte zuvor die Umbettung der sterblichen Überreste auf das Areal Bp 74 und für fünf Gräber auf das Areal Z 35.

In der Ausländermeldekartei wurde Palagia Klesczynska kurz vor Kriegsende am 17. April 1945 in Hamburg-Curslak II, Kurfürstendeich 249 (später Nr. 10), registriert, bei Gemüsebauer Julius Schröder, ihr letzter Zwangsarbeitseinsatz in einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Stand: April 2026
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 55/1944 Genovefa Klesczynska; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 118; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 338; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 70; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9954 u. 1963/1944 Genovefa Klesczynska; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64306 u. 1963/1944 Genovefa Klesczynska; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4597; StaH 332-8 Meldewesen, A 50/1 Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2573 Kurfürstendeich; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 92; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646038, 70643781; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/index.php/en/szukaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

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