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Henrik Krolikowska * 1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
HENRIK
KROLIKOWSKA
GEB. 26.4.1944
TOT 27.5.1944
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak
Henrik Krolikowska, geb. am 26.4.1944 in Hamburg, verstorben am 27.5.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Henrik Krolikowska kam am 26. April 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Ursula Krolikowska, geb. am 17.1.1923 in Mokre/Lodz, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Lodz in Polen verschleppt, kam sie zunächst am 14. Januar 1941 nach Hamburg-Altona in das Lager Brahmsstraße 69 (heute Griegstraße) und musste für die Conz Elektrizitäts GmbH, Spezialfabrik für elektrische Maschinen und Apparate, Zwangsarbeit leisten. Am 7. September 1942 wurde sie in das "Ostarbeiterlager" Flottbecker Chaussee 198 (heute Elbchaussee) verlegt, zur Zwangsarbeit für die Hamburg-Ottensener Zweigniederlassung der Firma Keim & Co, KG für Blechindustrie, später für denselben Betrieb in das Lager Roonstraße 120 (heute Behringstraße). Im darauffolgenden Jahr wurde sie schwanger.
Am Tag der Geburt ihres Kindes kam Ursula Krolikowska in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst. Sechzehn Tage nach der Entbindung wurde sie mit ihrem Sohn Henrik am 12. Mai 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) entlassen, zur Zwangsarbeit als "Kautschkarbeiterin" für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG. Dort musste Henrik die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 27. Mai 1944 verstarb Henrik um 12:00 Uhr im Kinderkrankenhaus Rothenburgsort. Im Sterberegister ist als Todesursache "Pylorospasmus" ("Pförtnerkrampf", schwallartiges nicht aufhörendes Erbrechen), "Dystrophie" (durch Mangelernährung ungenügende Versorgung von Organen) angegeben. Seine Mutter zeigte den Todesfall mündlich an.
Henrik wurde 1 Monat und 1 Tag alt.
Zehn Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 6. Juni 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 4, Nr. 8. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Stand: April 2026
© Margot Löhr
Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 795/1944 Henrik Krolikowska; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 80, S. 237; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 61; 332-4, Ermittlungen der Registerstelle für den Internationalen Suchdienst in Arolsen und andere Stellen über den Tod ausländischer, vereinzelt auch deutscher Staatsangehöriger in der NS-Zeit, Nr. 1638; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 1229 u. 1090/1944 Henrik Krolikowska; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4597; StaH 332-8 Meldewesen, Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2580 Brahmsstraße 69; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646039, 70643781; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 172.2016; Archiv Friedhofsverw. Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

