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Bereits verlegte Stolpersteine



Veronika Michalczak * 1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

VERONIKA
MICHALCZAK
GEB. 30.12.1944
TOT 6.4.1945

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak

Veronika Michalczak, geb. am 30.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.4.1945 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Veronika Michalczak kam am 30. Dezember 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Antonia Michalczak, geb. am 14.10.1919 in Tylmanowa/Krs. Nowy Targowica, war römisch-katholischen Glaubens und verheiratet; Name und Schicksal ihres Ehemannes sind nicht bekannt. Aus ihrer Heimat Tylmanowa/Polen verschleppt, kam sie am 2. November 1942 zunächst nach Hamburg-Bahrenfeld in das "Polenlager" Hohenzollernring 233 (heute Leverkusenstraße) und musste für das Gemeinschaftswerk der Deutschen Arbeitsfront (DAF) GmbH, Fischwarenfabrik, Zwangsarbeit leisten.

In der folgenden Zeit wurde sie schwanger und in die Schützenstraße 18 zur Zwangsarbeit für die Ottenser Eisenwerk AG, Dampfkessel- und Maschinenbau, verlegt. Im 6. Monat ihrer Schwangerschaft erfolgte eine weitere Verlegung am 21. September 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee), zum Arbeitseinsatz als "Flechterin" für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Antonia Michalczak in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kehrte sie mit ihrer Tochter Veronika am 7. Januar 1945 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Veronika die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.

Am 3. April 1945 wurde sie im Allgemeinen Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose "Ernährungsstörung" aufgenommen. Drei Tage später verstarb sie dort am 6. April 1945 um 6:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Ernährungsstörung" und als unterzeichnender Arzt Sosnin angegeben.

Veronika wurde 3 Monate und 7 Tage alt.

Siebzehn Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 23. April 1945 auf dem Friedhof
Ohlsdorf statt, Grablage: Bq 74, Reihe 15, Nr. 9, ohne Sarg, im Sammelgrab mit Alexander -Majorow, Ryszard Staszak, Ryszard Telenga und Valentina Warapaewa. An Veronika und die anderen Kinder erinnert dort heute keine Grabsteinplatte.

Stand: April 2026
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg-Uhlenhorst, Geburtsreg. 109/1945 Veronika Michalczak; StaH 131-1 II, 517, Listen der in Hamburg während des Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Ausländer. Band 2: Sowjetbürger, Polen, Niederländer und Belgier, S. 83; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 259; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9963 u. 736/1945 Veronika Michalczak; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64403 u. 736/1945 Veronika Michalczak; StaH 332-8, A 48 Alphabet. Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4599; StaH 332-8 Meldewesen, A 50/1 Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2388 Hohenzollernring 233, "Polenlager"; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 158; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646040, Copy of Geburtsurkunde 2.2.2.3 / 77006608 Veronika Michalczak, Copy of Sterbeurkunde 2.2.2.4 / 77094567 Veronika Michalczak, 70643781; www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, einges. 17.2.2016; Archiv Friedhofsverw. Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1945.

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