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Bereits verlegte Stolpersteine



Boleslaw Georg Olszewska * 1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

BOLESLAW GEORG
OLSZEWSKA
GEB. 18.9.1944
TOT 27.10.1944

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak

Boleslaw Georg Olszewska, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 27.10.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Boleslaw Georg Olszewska kam am 18. September 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Marjanna Olszewska, geb. am 19.8.1921 in Nowy Zelechow, war katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-St. Pauli für die Blohm & Voss KG Schiffbau, Fischmarkt 11–14, Zwangsarbeit leisten. Am 3. September 1942 wurde sie unter der Registrier-Nr. 6637 nach Hamburg-Altona in das Lager Palmaille 27, "Heimstätte der Fischindustrie", zur Zwangsarbeit für W. Tollgreve & Co., Fischräucherei und Fischkonservenfabrik, verlegt.

Am 21. Februar 1944 kam sie nach Hamburg-Bahrenfeld in das "Polenlager" Hohenzollernring 233 (heute Leverkusenstraße) zum Arbeitseinsatz für das "Gemeinschaftswerk (G. W.) Industriebetriebe", Fischwarenfabrik. In dieser Zeit wurde sie schwanger. Hochschwanger wurde sie dann am 4. September 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) verlegt zur Zwangsarbeit als "Flechterin" für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.

Dort brachte sie ihren Sohn Boleslaw Georg am 18. September 1944 um 5:30 Uhr zur Welt. Die "Hausmeisterin" Adda Bongardt zeigte den Geburtsfall mündlich an. Im Lager Kampchaussee 9 musste Boleslaw die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Am 19. Oktober 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose "Furunkolose" eingeliefert. Nach acht Tagen verstarb Boleslaw dort am 27. Oktober 1944 um 1:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Furunkolose Intoxikation" (Entzündungen der Haut Vergiftung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Boleslaw wurde 1 Monat und 1 Tag alt.

Zehn Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 6. November 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 14, Nr. 39. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Stand: April 2026
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg-Bergedorf, Geburtsregister 454/1944 Boleslaw Olszewska; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 242; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 224; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 62; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9954 u. 1558/1944 Boleslaw Olszewska; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64306 u. 1558/1944 Boleslaw Olszewska; StaH 332-8 Meldewesen, A 50/1 Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2388 Hohenzollernring 233, "Polenlager", K 2391 Palmaille 27; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 100; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944; Arolsen Archives Doc.70643785.

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