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Bereits verlegte Stolpersteine



Ryszard Telenga * 1945

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

RYSZARD
TELENGA
GEB. 22.1.1945
TOT 9.4.1945

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak

Ryszard Telenga, geb. am 22.1.1945 in Hamburg, verstorben am 9.4.1945 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Ryszard Telenga kam am 22. Januar 1945 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Weronika Telenga, geb. am 15.12.1922 in Wola Wiazowa, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst seit dem 26. April 1942 in Hamburg-Lokstedt bei der Heinrich Gunkel Fischkonservenfabrik, Osterfeldstraße 36, Zwangsarbeit leisten. Danach befand sie sich im Lager Wilhelmsburg, Langer Morgen. In dieser Zeit war sie schwanger.

Ende des fünften Monats ihrer Schwangerschaft erfolgte ihre Verlegung am 21. September 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee), zum Arbeitseinsatz als "Flechterin" für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.

Die Geburt von Ryszard Telenga ist nicht im Generalregister Geburten 1945 der hamburgischen Standesämter eingetragen. Vermutlich brachte Weronika Telenga ihren Sohn Ryszard im Lager Kampchaussee zur Welt. Dort musste Ryszard die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Am 5. April 1945 wurde Weronika Telenga mit ihrem Sohn in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Ihre Diagnose lautete "Otitis" (Ohrenentzündung), Ryszards Diagnose "Ernährungsstörung".

Nach vier Tagen verstarb er dort am 9. April 1945 um 4:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Ernährungsstörung" und als unterzeichnender Arzt Linkon angegeben.

Noch am selben Tag kehrte seine Mutter zur Zwangsarbeit in das Lager Kampchaussee 9 zurück.

Ryszard wurde 2 Monate, 2 Wochen und 4 Tage alt.

Zwei Wochen nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 23. April 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Bq 74, Reihe 15, Nr. 9, ohne Sarg, im Sammelgrab mit Alexander Majorow, Veronika Michalczak, Ryszard Staszak und Valentina Warapaewa. An Ryszard und die anderen Kinder erinnert dort heute keine Grabsteinplatte.

Stand: April 2026
© Margot Löhr

Quellen: StaH 131-1 II, 517, Listen der in Hamburg während des Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Ausländer. Band 2: Sowjetbürger, Polen, Niederländer und Belgier, S. 84; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 259; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9963 u. 774/1945 Ryszard Telenga; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64403 u. 774/1945 Ryszard Telenga; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4602; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 159; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, einges. 17.2.2016; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1945; Arolsen Archives Doc. 70643785.

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