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Bereits verlegte Stolpersteine



Kasimir Wojewodzic * 1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

KASIMIR
WOJEWODZIC
GEB. 31.8.1944
TOT 22.4.1945

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk

Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Kasimir Wojewodzic kam am 31. August 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Franziska Wojewodzic, geb. am 8.2.1910 in Tanannitz. vermutlich Targanice (Türgonne), war ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-Finkenwärder und seit dem 4. April 1940 in Hamburg-Billbrook bei der Hamburger Juteindustrie A.G, Jutefabrikate Wilhelm Schlochauer, Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Liebigstraße 88 untergebracht und in dieser Zeit schwanger.

Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde Franziska Wojewodzic in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Kasimir am 8. September 1944 zurück in das Lager Liebigstraße.

Am 23. Oktober 1944 erfolgte für Franziska Wojewodzic und ihren Sohn die Verlegung nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee), zur Zwangsarbeit für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG. Dort musste Kasimir die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Am 22. April 1945 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Seine Krankheit ist in dem Aufnahmebogen als "unbekannt" verzeichnet. Noch am selben Tag verstarb Kasimir dort um 21:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Lungenentzündung" und als unterzeichnender Arzt Lehmann angegeben.

Kasimir wurde 7 Monate, 3 Wochen und 1 Tag alt.

Acht Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 30. April 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, ohne Sarg, Grablage: Q 38, Reihe 16, Nr. 5. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 25 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 38 eingeebnet.

Stand: April 2026
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg-Uhlenhorst, Geburtsregister 1552/1944 Kasimir Wojewodzic; StaH 131-1 II, 517, Listen der in Hamburg während des Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Ausländer. Band 2: Sowjetbürger, Polen, Niederländer und Belgier, S. 85; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 173; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 261; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 128; 131-1 II, 2723, Gräber russischer Kriegsgefangener und Ostarbeiter auf Friedhöfen des Hamburger Gebiets, S. 146; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9963 u. 935/1945 Kasimir Wojewodzic; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64403 u. 935/1945 Kasimir Wojewodzic; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4603; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 162; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646044; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1945.

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