Besuch aus den USA 25.5.2026


Besuch der US-Studierenden am 25.5.2026
Besuch der US-Studierenden am 25.5.2026
© Christina Igla

Bald schon eine gute Tradition…

Am Pfingstmontag besuchten, bereits zum vierten Mal nach 2023-2025, Studierende der "University of Southern Mississippi" in Hattisburg zusammen mit drei Lehrkräften Hamburg. Die Reisen standen unter dem Motto "Understanding Germany: Then and Now".

Weitere Stationen waren Lübeck und Berlin. Die Reise, inhaltlich bereits im Universitätsbetrieb durch Vorlesungen und Diskussionen vorbereitet, soll unter anderem vermitteln, wie Deutschland mit der Erinnerung an die jüngere Vergangenheit umgeht. Dazu besuchten sie in Hamburg die KZ-Gedenkstätte Neuengamme und das Mahnmal St. Nikolai an der Willy-Brandt-Straße. Ein besonderes Augenmerk liegt bei der Reise auf der Stolperstein-Aktion.

Dazu folgten sie einer Einladung der Stolperstein-Initiative und der Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern.

Die Studierenden wurden in der Hauptkirche St. Nikolai am Harvestehuder Weg von der Pastorin Maren Schack begrüßt. In ihrer Begrüßung schlug sie einen Bogen vom Mahnmal St. Nikolai zur heutigen Kirche am Klosterstern und der Bedeutung der Stolpersteine auch im Kirchengemeindegebiet.

Daran schloss sich ein Vortrag und Gespräch zum Stolperstein-Projekt (Hamburg) durch die Mitglieder Sabine Brunotte und Johannes Grossmann an. Beide berichteten von den verschiedenen Aspekten der Stolpersteine und erläuterten den Weg von der Recherche bis zur Verlegung und die Unterschiede der verschiedenen Opfergruppen.

Das Interesse der jungen Menschen galt auch dem, was über das Verlegen der Stolpersteine hinaus passiert. Das Stolpersteinprojekt als "soziale Skulptur", wie der Künstler Gunter Demnig es nennt, schafft Verbindungen zwischen den verschiedensten Menschen: Nachbarn, Forscherinnen und Forschern, den Nachkommen und vielen mehr. Besonders die Besuche von Angehörigen, der damit in gewisser Weise verbundene Weg zur Verarbeitung und Versöhnung beeindruckten die jungen Menschen. Sie stellten empathische Fragen. So wollten sie wissen, wie beide zur Mitarbeit in der Stolperstein-Initiative gekommen sind, was sie motiviert. Bei Sabine Brunotte waren sie beeindruckt, dass sie seit vielen Jahren Angehörige begleitet, darunter manche, die im Rahmen des Besuchsprogramms des Senates nach Hamburg gekommen sind. Sei es die Begleitung zu früheren Adressen der ehemaligen Hamburger Verwandtschaft, Recherchen bei Fragen der Angehörigen und ggf. Besuche auf den jüdischen Friedhöfen. Johannes Grossmann berichtete u.a. von dem Schicksal eines jungen Mannes, der nach dem KZ Aufenthalt im KZ Neuengamme am 3. Mai 1945 bei dem Untergang des Schiffes "Cap Arcona" ums Leben kam.

Besonders nachdenklich wurden sie als Johannes Grossmann auf den Begriff der "Schutzhaft" näher einging. Eine Fragerunde ergänzte den Vortrag und schloss diesen ab.

Wie auch anlässlich der vergangenen Besuche der Studierenden hat diese Gruppe ebenfalls zwei Patenschaften für Stolpersteine übernommen. In diesem Jahr werden sie Patinnen und Paten für zwei Stolpersteine zur Erinnerung an zwei Jungen der Jahrgänge 1931 und 1932, die Anfang August 1943 von den Alsterdorfer Anstalten in die "Heilanstalt" Idstein im Taunus verschleppt wurden und dort kurze Zeit später gestorben sind.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Heinz-Otto Haag bedanken, der die Vorträge der ersten Gruppen der Jahre 2023, 2024 und 2025 gehalten hat. Dadurch, und durch die Initiative von Heidi Haag, ist ein intensiver Kontakt und Austausch mit den drei begleitenden Lehrkräften entstanden, der auch weiter besteht.

Der nächste Besuch im Jahr 2027 ist geplant.

Christina Igla und Heiko Meyer
Stolperstein-Initiative Hamburg


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