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Bereits verlegte Stolpersteine



Ottilie Robertsohn (geborene Liebmann) * 1871

Rappstraße 16 (Eimsbüttel, Rotherbaum)


Freitod 22.7.1942

Weitere Stolpersteine in Rappstraße 16:
Julius Bähr, Max Fleischhauer, Sohn von Hermann und Lydia Hoffmann, Hermann Hoffmann, Lydia Hoffmann, Esther Levy

Robertsohn Ottilie, geb. am 2.5.1871, Selbstmord am 22.7.1942

Die kinderlose Witwe bezeichnete sich selbst als "glaubenslos" (auch ihr verstorbener Ehemann Julius war 1935 aus der Jüdischen Gemeinde ausgetreten). Sie hatte im Uhlenhorster Weg gelebt, bevor sie in die Rappstraße zog. Als sie den Deportationsbefehl erhielt, setzte sie ihrem Leben am 18. Juli 1942 selbst ein Ende, in dem sie sich Morphium spritzte. Ihr Vermieter Iwan Theilheimer alarmierte die Polizei. Der in die Wohnung beorderte Oberwachtmeister fand sie noch lebend vor und ließ sie ins Hafenkrankenhaus transportieren. Dort verstarb sie am 22. Juli 1942. Die ordentliche Frau hatte ihre Dokumentenmappe und die Lebensmittelkarten auf dem Tisch bereitgelegt. Die Polizei nahm Dokumente, Kennkarte, Lebensmittel- und Seifenkarten an sich, bevor sie die Wohnung versiegelte und dafür sorgte, dass Licht, Wasser und Gas abgestellt waren. Routinemäßig meldete sie den Suizid aus Angst vor der Deportation an die Gestapo.

© Beate Meyer

Quellen: StaH, 522-1, Jüdische Gemeinden, 992b, Kultussteuerkartei der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hamburgs; ebd., 331-5, Polizeibehörde – Unnatürliche Sterbefälle, 1942/1234; Adreßbuch 1938, 1942; Hamburger jüdische Opfer des Nationalsozialismus. Gedenkbuch, Hamburg 1995.

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