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Bereits verlegte Stolpersteine



Gertrud Blut * 1889

Haynstraße 7 (Hamburg-Nord, Eppendorf)

1941 Minsk

Weitere Stolpersteine in Haynstraße 7:
Hannchen Fromme, Bianca Levy, Ilse Victor, Manfred Victor

Gertrud Blut, geb. 27.3.1889 in Beuthen (Oberschlesien), am 18.11.1941 nach Minsk deportiert

Haynstraße 7

Wann Gertrud Blut aus Oberschlesien nach Hamburg kam und wie ihr Leben hier bis 1935 verlief, wissen wir nicht. In jenem Jahr ist sie in den Unterlagen der Jüdischen Gemeinde erstmals vermerkt. Als ihre Eltern werden Arnold und Paula Blut, geborene Klemann, genannt. Als ihr Beruf ist Schauspielerin angegeben, als Künstlername Gerda Clemens. In der Deportationsliste vom 18. November 1941 ist sie als Näherin aufgeführt. Vor der Zwangseinquartierung in das "Judenhaus" in der Haynstraße 7 am 11. November 1940 lebte sie in der Hansastraße 82 III, davor in der Heinrich-Barth-Straße 10 II. Sie war unverheiratet.

Am 31. Oktober 1941, also kurz vor ihrer Deportation, war sie in "Schutzhaft" genommen und ins Stadthaus, die Hamburger Gestapozentrale an der Stadthausbrücke, gebracht worden. Am 5. November 1941 wurde sie wieder freigelassen, aber schon nach dreizehn Tagen erneut verhaftet und mit 406 weiteren Menschen ins Getto Minsk verschleppt, wohin der zweite Deportationstransport aus Hamburg ging. Minsk, Hauptstadt der damaligen Sowjetrepublik Weißrussland, war schon wenige Tage nach dem Überfall der deutschen Armee auf die Sowjetunion, Ende Juni 1941, von der Wehrmacht besetzt worden. SS-Einheiten begannen sofort damit, über 100000 weißrussische Jüdinnen und Juden in ein Getto zusammenzutreiben und sie kurz darauf zu Zehntausenden zu erschlagen und zu erschießen, um Platz für die Opfer aus dem Reichsgebiet zu schaffen. Von den etwa 7000 deutschen Jüdinnen und Juden, die dorthin transportiert wurden, überlebten nur wenige Hunger, Kälte, Zwangs­arbeit und Massaker.

© Johannes Grossmann

Quellen: 1; 4; 5; 8; StaH 331-1 II Polizeibehörde II, Abl. vom 18.9.84, Band 1; StaH 522-1 992e2, Jüd. Gemeinden, Band 3; Meyer (Hrsg.), Verfolgung, 2007, S. 62ff.
Zur Nummerierung häufig genutzter Quellen siehe Recherche und Quellen.

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