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Bereits verlegte Stolpersteine



Margarete Mandelik (geborene Berg) * 1876

Rappstraße 6 (Eimsbüttel, Rotherbaum)

1941 Lodz

Weitere Stolpersteine in Rappstraße 6:
Therese Goldschmidt, Arnold Hagenow, Amalie Hagenow, Adolf Mandelik

Mandelik Adolf, geb. 7.1.1877, deportiert am 25.10.1941 nach Lodz
Mandelik Margarethe, geb. 9.4.1876, deportiert am 25.10.1941 nach Lodz

Adolf M. war in Prag geboren und besaß die tschechoslowakische Staatsangehörigkeit bzw. – wie auf der Deportationsliste vermerkt – gehörte dem "Protektorat Böhmen und Mähren" an. Er trat 1918 in die Jüdische Gemeinde Hamburgs ein. Mit seiner Ehefrau Margarethe hatte er drei Kinder: Die Zwillinge Elsa und Erich, geboren 1903, und die Nachzüglerin Ruth, geboren 1916.

Die Familie lebte in der Rappstr. 6 in einer 5-Zimmer-Wohnung. Adolf M. hatte im September 1919 ein selbständiges Gewerbe angemeldet, das er aber in der Wirtschaftskrise Anfang der 1920er Jahre nicht halten konnte. Danach arbeitete er als Vertreter und verdiente ab Ende der 1920er Jahre kaum noch den Lebensunterhalt für die Familie. Seit Beginn der 1930er Jahre galt diese als mittellos und erhielt Zuwendungen von der Jüdischen Gemeinde. Den Kindern gelang dennoch die Emigration aus Deutschland: Tochter Ruth lebte nach dem Krieg in Paris, Sohn Eric in New York und Tochter Elsa hatte in den 1930er Jahren einen nichtjüdischen Luxemburger geheiratet und die Staatsbürgerschaft dieses Landes erhalten. Die Eltern blieben in Hamburg zurück.

Tochter Elsa erlebte den Tag vor ihrer Deportation mit: "Ich war gerade am Vortage zu Besuch gekommen und mußte sogleich die Wohnung mit räumen. Nur mein Luxemburger Reisepaß ersparte mir dasselbe Schicksal, da ich als Ausländerin angesehen wurde. Meine Eltern mußten alles im Stich lassen, und die Wohnungsschlüssel wurden beschlagnahmt", sagte sie später aus. Knapp sechs Monate, nachdem die Eltern aus der Rappstr. 6 deportiert worden waren, wies der Oberfinanzpräsident seine zuständige Dienststelle an zu überprüfen, ob das "Vermögen" dieses nichtdeutschen Staatsangehörigen auch ordnungsgemäß eingezogen worden sei. Adolf und Margarethe M. wurden beide auf den 9. Mai 1945 für tot erklärt.

© Beate Meyer

Quellen: StaH, 522-1, Jüdische Gemeinden, 992b, Kultussteuerkartei der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hamburgs; ebd., 522-1 Jüdische Gemeinden 992e; 314-15 Oberfinanzpräsident, Ordner 23; Amt f. Wiedergutmachung 0701 77; Hamburger jüdische Opfer des Nationalsozialismus. Gedenkbuch, Hamburg 1995.

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