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Already layed Stumbling Stones



Barthold Goldschmidts zweite Frau Laura mit den Kindern Salomon Robert und Bruno
© Ian Goldsmith

Porträt Barthold Goldschmidt, 1926
Barthold Goldschmidt, 1926
© Ian Goldsmith

Barthold Goldschmidt * 1893

Grindelallee 153 (Eimsbüttel, Rotherbaum)


HIER WOHNTE
BARTHOLD
GOLDSCHMIDT
JG. 1893
VERHAFTET 1937
GEFÄNGNIS FUHLSBÜTTEL
1939 SACHSENHAUSEN
ERMORDET 29.3.1940

further stumbling stones in Grindelallee 153:
Gittel Adolf, Alfred Hammer, Reisel Hammer, Joseph (Josef) Hammer, Martha Münden, Dr. Max Münden

Barthold Goldschmidt, geb. am 20.4.1893 in Hamburg, umgekommen am 29.3.1940 im Konzentrationslager Sachsenhausen

Grindelallee 153

Barthold Goldschmidts Vater Aron, der am 22.12.1840 in Emden geboren wurde, verdingte sich als "Kommissionär", d.h. er tätigte wohl als selbstständiger Kaufmann Kommissionsgeschäfte im eigenen Namen oder auf Rechnung anderer. Er starb am 28. Januar 1903 in Hamburg.
Bartholds am 25.4.1850 in London geborene Mutter Annie trug vermutlich den Mädchennamen Neustadt. Zu vermuten bleibt indes, dass man im Vereinigten Königreich bei der Eintragung in ihre Geburtsurkunde "Neu-" in "New-" änderte, und fortan auch seitens der preußischen Behörden die englische Schreibweise, "geborene Newstadt", in Dokumenten verwendet wurde. Annie starb am 8. Juli 1929 in Hamburg.

Vom 17. März 1892 bis Mai 1908 war die Familie im Kraienkamp 18, Haus 2 gemeldet. Es handelte sich um sogenannte Freiwohnungen, in denen die 1868 von Berend Oppenheimer errichtete gleichnamige Stiftung bedürftigen jüdischen Familien Unterkunft gewährte. Dies lässt den Schluss zu, dass die Goldschmidts über ein geringes Einkommen verfügt haben dürften. Berend Oppenheimer hatte sich als Aufnahmekriterium in seinem Stift lediglich den Nachweis eines korrekt geführten religiösen Lebenswandels ausbedungen.
(Wegen umfangreicher Sanierungspläne der Hamburger Neustadt, mussten später die Grundstücke des Stiftsanlage aufgegeben werden. Alternativ entstand in den Jahren 1907/08 ein neues fünfgeschossiges Gebäude in der Kielortallee 22, welches sowohl 23 Zwei- u. Dreizimmerwohnungen auswies, und auch eine vom Erdgeschoss bis in das erste Obergeschoss reichende Synagoge beherbergte. Das Anwesen, das später in den Besitz der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland überging und ab 1941 wie viele andere jüdische Wohnstifte auch als "Judenhaus" fungierte, überstand die Bombenangriffe nahezu unbeschadet. In den ersten Jahren nach Kriegsende diente es den nach Hamburg zurückgekehrten Juden und der neugegründeten Jüdischen Gemeinde in Hamburg bis 1960 als Gotteshaus. Heute ist es ein privat geführtes Wohnhaus.)

Barthold Goldschmidt, der am 20.4.1893 in Hamburg geboren wurde, besuchte die höhere Schule bis zur Quinta und erlernte den Beruf des Verkäufers in einem Manufakturwarengeschäft. Bedingt durch ein Augenleiden, versah er im Krieg von 1914–1918 Garnisonsdienst. In der Folgezeit war er als "Agent", Vertreter oder "Provisionsreisender" für Herren-Konfektionen für verschiedene Arbeitgeber tätig. Anfangs beschäftigt bei der Kleiderfabrik Dr. Brauer & Co. in Elberfeld, folgte im April 1931 eine Anstellung in der Fa. Johannes Kollmorgen, Herrenkleiderfabrik in Stettin. Seit Februar 1932 hatte er eine Handschuhvertretung der Fa. Berger in Limbach inne. Die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen der Rezessionsjahre beschieden ihm eher mäßige Einnahmen, die kaum sein tägliches Auskommen sicherten, sodass er bereits seit 1931 immer wieder auf staatliche Hilfen angewiesen war, um seine Familie ernähren zu können. Als Jude ohne Aussicht auf eine feste berufliche Anstellung, war er seit 1933 ununterbrochen erwerbslos und bezog bis 1937 durchgängig Fürsorgeleistungen der Wohlfahrtsbehörden, respektive Arbeitslosenunterstützung.

Barthold heiratete dreimal:
Aus erster Ehe mit seiner evangelischen Frau, der Kontoristin Amanda Anna Martha Müller, geb. am 12.11.1891, ging Sohn Alfred, geb. am 25.12.1917 in Hamburg, hervor. Die am 31. August 1917 vor dem Standesamt Altona geschlossene Ehe war nicht von langer Dauer. Nachdem das Paar am 16. August 1921 geschieden wurde, nahm seine ehemalige Frau gut zwei Jahre später (4. Juni 1923) wieder ihren Mädchennamen Müller an.

Am 9. Juli 1924 heiratete Barthold Goldschmidt die am 28.5.1892 in Smarczow, Polen, geborene Jüdin Laura (geb. Freid), gest. 2. Januar 1933 im AK St. Georg. Diese zweite Ehe brachte die Söhne, Salomon Robert, geb. am 19.5.1925, und Bruno, geb. am 24.11.1926, hervor, die in Hamburg zur Welt kamen. Beide besuchten den Kindergarten der Agudas Jisroel Jugendgruppe in der Bornstraße 2. Bis zum 30. September 1931 lebte die Familie in der Fröbelstraße 10. Als Laura Goldschmidt 1931 schwer erkrankte, wurde die finanzielle Situation der Familie dramatisch. Barthold, der beruflich nun nicht länger auf Lauras Mithilfe als "Handelsagenten-Frau" zählen durfte, konnte weder die Arztrechnungen noch Rezeptgebühren für die notwendigen teuren Medikamente seiner Frau begleichen. Schnell befand er sich auch mit den monatlichen Mietzahlungen im Rückstand. Zusehends in weiterer finanzieller Bedrängnis, konnte er nicht einmal mehr den Forderungen für das Pflegegeld der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zur Betreuung seiner Kinder (30 Pf. pro Tag und Kind) nachkommen, die inzwischen an fünf Tagen in der Woche tagsüber im Kinderhort Johnsallee 54 untergebracht waren. In immer neuen Bittbriefen wandte er sich an die zuständigen Abteilungen der Wohlfahrtsbehörde und ersuchte verzweifelt um Darlehen, Stundungen oder andere Unterstützungsmaßnahmen, die man zunächst mit Rücksicht auf die Kinder befürwortete und partiell gewährte.

Die hohen Mietkosten konnten zwar ab 1. Oktober 1931 durch den Umzug in eine kleinere Wohnung in der Rappstraße 10 verringert werden, allerdings wurde den Kindern ab November 1932 keine Tagesheimbetreuung mehr zuteil, da entgegen früherer Vereinbarungen, sie kostenlos unterzubringen, die Jüdische Gemeinde nunmehr Zuzahlungen forderte. Zum selben Zeitpunkt musste Laura Goldschmidt am 7. November 1932 aufgrund ihres sich verschlechternden Gesundheitszustands in das AK St. Georg eingewiesen werden, wo sie am 2. Januar 1933 ihrer Krankheit erlag.

Die neue Situation nötigte Barthold Goldschmidt, die Wohnung in der Rappstraße aufzugeben und fast seinen kompletten Hausstand versteigern zu lassen, um aus dem Erlös von RM 541,55 die rückständige Miete begleichen zu können. Jene Ereignisse ließen die Familie auseinanderbrechen. In dem Bericht einer Fürsorgerin vom 25. Januar 1933 heißt es, Barthold Goldschmidt sei "haltlos, unbeständig, jähzornig, unbeherrscht und willensschwach". Mit der Situation wohl völlig überfordert und der Not gehorchend, bezog er eine anderthalb Zimmerwohnung zur Untermiete bei der am 10.12.1900 in Naumiestis, Russland, gebürtigen jüdischen "Damenschneiderin" Esther Zirkmann in der Heidestraße 18.

Schon kurz darauf entschloss er sich, ein drittes Mal zu heiraten. Aber auch diese 1933 geschlossene Ehe stand unter keinem guten Stern und brachte ihm kein Glück. So währte die Vermählung mit seiner Vermieterin Zirkmann nur kurz und wurde bereits 1934 wieder geschieden. Esther, die lediglich Aufträge für kleinere Schneiderarbeiten erhielt, titulierte Barthold gar als Heiratsschwindler. Ferner bezichtigte sie ihn, schon während ihrer Ehe seit Oktober 1933 ein "Konkubinat" mit der "Arierin" Lenz geführt zu haben, woraufhin Barthold Goldschmidt im Scheidungsurteil vom 26. März 1934 des "Ehebruchs" für schuldig befunden wurde.

Die Kinder wurden nach der Trennung notdürftig bei Verwandten untergebracht. Während Robert bei der älteren Schwester seiner Mutter, der in der Bornstraße 3 wohnenden Tante Marie Lohde, geborene Freid (geb. am 24.10.1888 in Smarczow, Polen) und ihrem jüdischen Mann Willy, dem am 25.2.1884 in Danzig geborenen selbstständigen Handelsvertreter, sowie deren gemeinsamer Tochter Zita Edith (geb. 3.8.1914) unterkam, konnte Bruno bei seiner Tante Martha Quartier beziehen. Martha Levy (s.u.), Barthold Goldschmidts viertälteste Schwester, von Beruf Buchhalterin, lebte mit ihrem kriegsversehrten Mann Rudolph Levy (geb. 21.8.1884, gest. 28. Oktober 1941 in Hamburg), ebenfalls Buchhalter, im Parterre der Kielortallee 22. Beide Familien lebten selbst in prekären wirtschaftlichen Verhältnissen, einhergehend mit räumlicher Enge. Sie waren nicht in der Lage, die verstörten Kinder längere Zeit aufzunehmen. So riet das Jugendamt zur Einweisung in das Hamburgische Waisen-Institut der Deutsch-Israelitischen Gemeinde im Papendamm 3 am 28. September 1933.

Nach einem kurzfristigen Aufenthalt ab dem 18. September 1933 in der Grindelallee 91 bei Bielfeld zog Barthold Goldschmidt im Februar 1934 in die Grindelallee 153. Dort mietete er sich bei der am 10.7.1895 in Hamburg geborenen Blumenbinderin Martha Lenz in der dritten Etage ihrer 7½ Zimmer-Wohnung ein. Obwohl ihm sehr daran gelegen war, seine Kinder bei sich zu wissen, blieben Robert und Bruno auch dort im wahrsten Sinne des Wortes außen vor. Offenkundig spekulierte Frau Lenz mit höheren Unterhaltsleistungen durch die Wohlfahrtsbehörde, wenn sie die beiden unterbrachte. Da diese jedoch nicht gewährt wurden, vermietete sie die für die Kinder angedachten Zimmer anderweitig. Gleichsam bat Barthold Goldschmidt in seinen "mit deutschem Gruß" unterzeichneten verzweifelten Bittbriefen an die Wohlfahrtsbehörde wiederholt, ihm zum Wohle der Kinder, die er gern bei sich und nicht im Waisenhaus sähe, weiterhin die notwendigen Unterstützungsleistungen zu gewähren, da er sich "tagtäglich in der allergrößten Notlage" befände und mit seinen Mietzahlungen permanent im Rückstand sei, was dazu führte, dass auch seine Vermieterin darselbst "Krisen-Empfängerin" wäre.

Gesundheitlich stark angeschlagen und in ärztlicher Behandlung, konnte er der behördlichen Aufforderung vom 13. Februar 1935 zu einer dreitägigen Arbeitsleistung pro Woche auf dem Sportplatz Stellingen nicht nachkommen. Parallel riet das Jugendamt der Jüdischen Gemeinde in einem Schreiben vom 17. September 1935 an die Wohlfahrtsbehörde davon ab, die Kinder in die Obhut des Vaters zu entlassen. Es hielt ihn "in keiner Weise für geeignet, seine Kinder zu erziehen". Raphael Plaut vom Hamburgischen Waisen-Institut bescheinigte am 13. September 1935 Salomon Robert als Schüler eine "gute Führung", aber eine mäßige Begabung. Bruno hingegen galt als "schwer erziehbar, Fleiss, Leistungen und Ordnung sind ungenügend". Durch die zuvor "ungünstigen häuslichen Verhältnisse seien die Kinder stark vernachlässigt", sodass es "strengster Überwachung bedurfte, um dieselben allmählich an Ordnung und Pünktlichkeit zu gewöhnen". Die Unterbringung beim Vater böte "tatsächlich nicht die Gewähr für eine ausreichende körperliche und erzieherische Pflege" heißt es in einem Bericht eines Fürsorgebeamten.

Auch eine weitere Aufforderung zur Arbeit am Köhlbrand in Waltershof ab März 1937 konnte Barthold aufgrund einer Verletzung nicht wahrnehmen. Wenngleich dies nie nachgewiesen wurde, wurde Martha Lenz und Barthold Goldschmidt ein eheähnliches Verhältnis unterstellt, das nach den 1935 in Kraft getretenen "Nürnberger Gesetzen" als "Rassenschande" galt und ihm schließlich zum Verhängnis wurde.

Während Martha Lenz seitens der zuständigen Behörden genötigt wurde, sich von ihm fernzuhalten, wurde Barthold Goldschmidt am 10. September 1937 vom Landgericht Hamburg zu zwei Jahren Zuchthaus unter Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt. Durch die Ausübung fortgesetzten Geschlechtsverkehrs mit einer "deutschblütigen" Frau habe er sich des "Verbrechens" nach §§ 2, 5 Abs. 2 des "Gesetzes zum Schutz des deutschen Bluts und der deutschen Ehre" strafbar gemacht. In der Urteilsbegründung hieß es, es handele sich um ein besonders schwerwiegendes Vergehen und müsse zur Abschreckung des Angeklagten und der Allgemeinheit mit entsprechender Härte, also einer Zuchthausstrafe, geahndet werden.

Barthold Goldschmidt verbüßte die 21 Monate und 12 Tage währende Haft vom 18. September 1937–1. Juli 1939 im Polizeigefängnis Fuhlsbüttel. Unmittelbar nach seiner Entlassung wurde er am 3. Juli 1939 in "Schutzhaft" genommen und am 31. August 1939 nach Oranienburg in das Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt, wo er am 29. März 1940 an "Körperschwäche" verstarb.
Die aus dem Urteil resultierende Strafe wurde später gem. § 3 Hamburger Justizerlass Nr. 1 vom 2. Oktober 1945 im Strafregister getilgt.

Aus den Akten des Jugendamts Hamburg vom 23. Dezember 1938 geht hervor, dass Robert und Bruno "am 8. Dezember 1938 aus der öffentlichen Waisenpflege entlassen und nach England gefahren" seien, d. h. von der Jüdischen Gemeinde mit einem Kindertransport in Sicherheit gebracht wurden.
Robert Goldschmidt wurde britischer Staatsangehöriger und lebte in den 1950er Jahren als Eisenbahnangestellter in Dar es Salaam in Tanganjika. Aus der Linie Salomon Roberts sind derzeit elf im Vereinigten Königreich lebenden Nachfahren erwachsen. Zu seinem Enkel Ian Goldsmith aus Cuxham, England, besteht Kontakt.
Sein Bruder Bruno hieß nun Brian Goldsmith und lebte in St. Kilda, Victoria, Australien.

Barthold Goldschmidts Sohn aus erster Ehe, Alfred Goldschmidt wurde 1924 von Bartholds Schwester Martha und deren Ehemann Rudolf Levy adoptiert und nahm den Namen Levy an. Er absolvierte später eine Malerlehre. Von der Gestapo am 10. November 1938 verhaftet, wurde er Opfer der Novemberpogrome und blieb bis zum 17. Januar 1939 im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. Nach seiner Entlassung emigrierte er in die Niederlande. Dort gelangte er im Mai zunächst nach Franeker in der Provinz Friesland, wo er sich einem Kibbuzim, einer Niederlassung der Hachsjara anschloss. Diese zionistisch geprägte Institution bot die Vorbereitung zur Siedlung in Palästina an. Hier begann er eine Ausbildung zum Landbauern. Im Oktober 1939 bis April 1940 wurde er in die psychiatrische Anstalt Apeldoornsche Bos eingewiesen. Die Klinik, 1909 gegründet, behandelte bis zu ihrer Schließung 1943 vornehmlich verhaltensauffällige und behinderte jüdische Jugendliche. Über die Ursachen von Alfreds Erkrankung wissen wir nichts. Daran anschließend hielt er sich zwei Jahre in Amsterdam auf, bis er im April 1942 abermals im Apeldoornsche Bos aufgenommen werden musste.

Als die Wehrmacht die Einrichtung in der Zutphensche Straat 106 schloss, wurde er zusammen mit annähernd 1100 weiteren Patienten am 22. Januar 1943 von Apeldoorn über Westerbork mit einem "Krankensondertransport" in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort unmittelbar nach seiner Ankunft am 25. Januar 1943 ermordet.

Auch Barthold Goldschmidts dritte Ehefrau Esther Zirkmann überlebte den Holocaust nicht. Am 15. Juli 1942 in das Getto Theresienstadt deportiert, wurde sie am 23. Januar 1943 nach Auschwitz transportiert und dort am 23. September 1943 ermordet.


Das Schicksal von Barthold Goldschmidts Geschwistern:

Paul Aron Philip Goldschmidt, geb. 19.12.1874, wurde am 24. Februar 1943 nach Theresienstadt deportiert und verstarb dort am 21. Dezember 1943. (www.stolpersteine-hamburg.de Biografie Paul Goldschmidt)

Sofie/Sofia/Sophia Goldschmidt, geb. am 23.2.1877 in Hamburg, gest. am 28. Dezember 1931 in Hamburg, hatte den am 14.12.1871 im westpreußischen Culm geborenen Max Bukofzer (gest. am 7. November 1940 im Israelitischen Krankenhaus in Hamburg) geheiratet. Aus der am 22. Dezember 1898 geschlossenen Ehe mit dem "Reklameverteiler" Bukofzer, der von 1914–1918 als Soldat "im Feld" gestanden hatte, gingen zwei Kinder, Arthur, geb. am 22.5.1899 und Bertha, geb. am 20.2.1903, hervor. Beide kamen in Hamburg zur Welt und überlebten Krieg und Verfogung.

Ella Goldschmidt, verheiratete Lange, geb. am 24.2.1878 in Hamburg, wurde am 6. Dezember 1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und kam dort zu Tode. Sie wurde per Beschluss des Amtsgerichts Hamburg vom 19. November 1953 auf den 8. Mai 1945, 24 Uhr, für tot erklärt.
(www.stolpersteine-hamburg.de Biografie Ella Lange).

Alfred Goldschmidt, geb. am 19.7.1880 in Hamburg, von Beruf Buchhalter, verheiratet mit der nichtjüdischen Martha Clara Wilhelmine Härtel, geb. am 23.8.1885 in Mallwitz, wohnte im Stellingerweg 2. Alfred fiel bei Stellungskämpfen an der Yser in Flandern am 19. Mai.1916 als Gefreiter der Landwehr in der 11. Kompanie des Reserve-Ersatz-Infanterie-Regiments Nr. 4, "Verlustnr. 554".


Elisa Goldschmidt, verheiratete Groth, geb. am 22.2.1882 in Hamburg, wurde am 11. Juli 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Sie wurde per Beschluss des Amtsgerichts Hamburg vom 14. September 1953 auf den 8. Mai 1945, 24 Uhr, für tot erklärt.
(www.stolpersteine-hamburg.de Biografie Elisa Groth).

Martha Goldschmidt, verheiratete Levy, geb. am 15.9.1883 in Hamburg, wurde zusammen mit ihrer Schwester Ella am 6. Dezember.1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und kam dort zu Tode. Sie wurde per Beschluss des Amtsgerichts Hamburg vom 14. September 1953 auf den 8. Mai 1945, 24 Uhr, für tot erklärt.

Für die weiteren von Hamburg aus deportierten Familienmitglieder werden ebenfalls Stolpersteine gesetzt. Die Familienmitglieder, die eines natürlichen Todes starben, haben auf dem jüdischen Friedhof Hamburg-Ohlsdorf an der Ilandkoppel ihre letzte Ruhe gefunden.


© Michael Steffen

Quellen: 5; StaH 213-11 Landgericht Strafsachen _7076/37; StaH 213-13 Landgericht Wiedergutmachung _2829; _6594; StaH 231-3 A 12 Bd. 51, Nr. 38833; StaH 231-7, Handels- u. Genossenschaftsregister _A1 Bd. 57, A13587; StaH 332-5 Melderegister 1928/1000/1878; _332-5 2058/4391/1883; _332-5 2313/1555/1893; _332-5 2808/978/1893; _332-5 2910/1398/1898; _332-5 6469/201/1909; _332-5 8037/562/1916; _332-5 6034/464/1917; _332-5 6080/548/1924; _332-5 981/562/1931; _332-5 1004/1933; _332-5 8169/543/1940; StaH 332-3 Zivilstandsaufsicht _A125 Nr. 990; StaH 351-11 Amt für Wiedergutmachung _5811; _7430; _15317; StaH 741-4 A254; Standesamt Oranienburg Nr. 1684/40; Bundesarchiv Gedenkbuch; E-Mail
Josè Martin, Kampwesterbork, Niederlande am 16.2.2016; www.gerechte-der-HYPERLINK "http://www.gerechte-der-pflege.net/wiki/index.php/Apeldoornsche_Bos"pflege.net/wiki/index.php/Apeldoornsche_Bos (zugegriffen am 20.2.2016); www.joodsmonument.nl/page/408346?lang=en zugegriffen am 18.2.2016; www.dasjuedischehamburg.de (zugriffen am 27.3.2016); www.vaandaagindegeschiedenis.nl/22januari/ (zugegriffen am 19.03.2017); www.wikipedia.org/wiki/206"Division_(DeutschesKaiserreich) (zugegriffen am 23.1.2016); www.denkmalprojekt.org/verlustlisten/rjf_wk1.html (zugegriffen am 23.1.2016); Gedenkbuch der gefallenen deutschen jüdischen Soldaten des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten; diverse Adressbücher Hamburg; Gedenkbuch des Bundes; Gottwaldt/Schulle, "Judendeportationen", S. 111, 113, 125f., 221; Stein, "Jüdische Baudenkmäler", S. 114f.
Zur Nummerierung häufig genutzter Quellen siehe Link "Recherche und Quellen".

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