Search for Names, Places and Biographies


Already layed Stumbling Stones



Leo Georg Bartyzel * 1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

LEO GEORG
BARTYZEL
GEB. 15.4.1944
TOT 22.5.1944

further stumbling stones in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak

Leo Bartyzel, geb. am 15.4.1944 in Hamburg, verstorben am 22.5.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Leo Bartyzel kam am 15. April 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Gertruda Bartyzel, geb. am 12.6.1923 in Krakau, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen, Krakau/Borek, Waletzki 3 II., verschleppt, musste sie in Hamburg-Bergedorf für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG als "Fabrikarbeiterin" Zwangsarbeit leisten. Im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) war sie untergebracht und in dieser Zeit schwanger.

Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde Gertruda Bartyzel in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Zehn Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Leo am 24. April 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Leo die kurze Zeit seines Lebens verbringen.

Am 18. Mai 1944 wurde er mit der Diagnose "Ernährungsstörungen" in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Nach vier Tagen verstarb er dort am 22. Mai 1944 um 2:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Pädatrophie" (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Leo wurde 1 Monat und 7 Tage alt.

Neun Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 31. Mai 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 3, Nr. 33. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Nach Aufzeichnungen in der Ausländermeldekartei war Gertruda Bartyzel in der Folgezeit bis zum 13. Dezember 1944 in Greiffenberg/Schlesien, Reinißstraße 19; danach wurde sie wieder in der Kampchaussee 9 registriert.

Auch Agniela Bartyzel, geb. am 28.5.1908, und Wanda Bartyzel, geb. am 26.8.1924, aus Krakau, Borek-Falinski, möglicherweise Verwandte von Gertruda Bartyzel, waren Zwangsarbeiterinnen für die Asbestwerke in Bergedorf. Beide sind in der Ausländermeldekartei aufgeführt, Agniela als Fabrikarbeiterin in der Kampchaussee 9 bereits am 14. November 1940, Wanda als Kindermädchen und Fabrikarbeiterin am 3. April 1943.

© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 710/1944 Leo Georg Bartyzel; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 80, S. 228; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 175; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 60; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9952 u. 812/1944 Leo Georg Bartyzel; StaH 332-5, Sterbefallsammelakten 64351 u. 812/1944 Leo Georg Bartyzel; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4592; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 40; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646036; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

print preview  / top of page