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Already layed Stumbling Stones



Josef Dudek * 1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

JOSEF DUDEK
GEB. 29.1.1944
TOT 19.2.1944

further stumbling stones in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak

Josef Dudek, geb. am 29.1.1944 in Hamburg, verstorben am 19.2.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Josef Dudek kam am 29. Januar 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Zofia, geb. Kasprzyk, geb. am 3.9.1916 in Magdalenensols, und sein Vater Jozef Dudek, geb. am 25.9.1916 in Bieling, waren römisch-katholischen Glaubens und seit dem 19. Februar 1936 in Polen verheiratet. Aus ihrer Heimat Kielce/Bieling verschleppt, mussten sie in Hamburg-Bergedorf seit dem 26. November 1942 für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten, Josef als "Krempelputzer", Zofia als "Mischerin".

Sie waren im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht, vermutlich getrennt im Frauen- und Männerlager. Im folgenden Jahr wurde Zofia Dudek schwanger.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde sie in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Sieben Tage nach der Entbindung kam Zofia Dudek mit ihrem Sohn Josef am 5. Februar 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Josef die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Am 18. Februar 1944 wurde er im Allgemeinen Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose "Unterernährung" eingeliefert. Am nächsten Tag verstarb Josef dort am 19. Februar 1944 um 18:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Pädatrophie" (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Josef wurde 3 Wochen alt.

Sieben Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 26. Februar 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Bi 68, Reihe 26, Nr. 24. Dieses Gräberfeld wurde nach der Schließung des jüdischen Friedhofs Ilandkoppel im Juni 1943 durch die Nationalsozialisten für jüdische Beerdigungen bestimmt. In dieser Zeit wurden aber auch noch neun verstorbene Säuglinge von Zwangsarbeiterinnen dort beigesetzt. Die Mütter der Kinder waren polnischer und ukrainischer Nationalität, jedoch nichtjüdisch. Auf diesem Gräberfeld ist heute kein Einzelgrab mehr zu finden.

© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 221/1944 Josef Dudek; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 73, S. 231; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 328; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 60; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9951 u. 286/1944 Josef Dudek; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64351 u. 286/1944 Josef Dudek; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4594; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 12; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646037, 70643779, 70643780; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/index.php/en/szukaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017; Archiv Friedhofsverw. Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

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