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Karol Kowalczyk * 1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
KAROL
KOWALCZYK
GEB. 29.4.1944
TOT 8.7.1944
further stumbling stones in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak
Karol Kowalczyk, geb. am 29.4.1944 in Hamburg, verstorben am 8.6.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Karol Kowalczyk kam am 29. April 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Helene Kowalczyk, geb. am 25.7.1918 in dem Dorf Skronia/Landkreis Bialaczow, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Lodz in Polen verschleppt, musste sie in Hamburg-Bergedorf seit dem 14. Mai 1940 für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten und wurde als "Dolmetscher" eingesetzt.
Sie war im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht und in dieser Zeit schwanger. Sie kam am 8. September 1943 zur Behandlung ihrer "Oedeme" (Schwellung durch Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe) für eine Woche in das Allgemeine Krankenhaus Bergedorf.
Am 17. Januar 1944 wurde sie in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. In der Rubrik "Krankheit" der Krankenhausliste ist "Interruption" eingetragen, demnach sollte noch im sechsten Monat ihrer Schwangerschaft eine Schwangerschaftsunterbrechung vorgenommen werden. Diese erfolgte jedoch nicht, am folgenden Tag kam sie zurück in das Lager Kampchaussee. Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde Helene Kowalczyk erneut in der Frauenklinik Finkenau aufgenommen.
Acht Tage nach der Entbindung kehrte sie mit ihrem Sohn Karol am 7. Mai 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Karol die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 6. Juli 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose "Nieren" eingeliefert. Zwei Tage später verstarb Karol dort am 8. Juni 1944 um 14:30 Uhr.
In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Gastoenteritis" (Gastroenteritis, Magen-Darm-Entzündung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Karol wurde 2 Monate und 9 Tage alt.
Sieben Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 15. Juli 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 5, Nr. 10. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
© Margot Löhr
Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 768/1944 Karol Kowalczyk; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 83, S. 236; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 190; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 61; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9953 u.1095/1944 Karol Kowalczyk; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64306 u.1095/1944 Karol Kowalczyk; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4597; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 59; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646039, 70645277, 70643781; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/index.php/en/szukaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

