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Stanislaw Polak * 1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
STANISLAW POLAK
GEB. 15.6.1944
TOT 17.7.1944
further stumbling stones in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak
Stanislaw Polak, geb. am 15.6.1944 in Hamburg, verstorben am 17.7.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Stanislaw Polak kam am 15. Juni 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Bronislawa Polak, geb. am 18.10.1919 in Jendrzyow, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Sie wohnte in Jendrzyo, Grünestraße 131. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie in Hamburg Zwangsarbeit leisten, seit dem 8. Februar 1944 für die Wilhelm Schmitz-Scholl, Keks- und Nährmittelfabrik, Borsteler Chaussee 85, Hamburg-Groß Borstel. Sie war im Gemeinschaftslager der Deutschen Arbeitsfront (DAF), Sportstraße 10, untergebracht und befand sich im 8. Monat ihrer Schwangerschaft.
Am Tag der Geburt ihres Kindes kam Bronislawa Polak in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst. Acht Tage nach der Entbindung wurde sie mit ihrem Sohn Stanislaw am 23. Juni 1944 in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee), Hamburg-Bergedorf, entlassen, zur Zwangsarbeit als "Flechterin" für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG. Dort musste Stanislaw die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 12. Juli 1944 wurde er mit der Diagnose "Ernährungsstörungen" in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Nach fünf Tagen verstarb er dort am 17. Juli 1944 um 16:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Pädatrophie" (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Stanislaw wurde 1 Monat und 2 Tage alt.
Sieben Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 24. Juli 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 5, Nr. 18. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
© Margot Löhr
Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 1090/1944 Stanislaw Polak; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 83; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 334; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 61; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9953 u. 1137/1944 Stanislaw Polak; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64306 u. 1137/1944 Stanislaw Polak; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4600; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 61; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646041, 70643782; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/index.php/en/szukaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

