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Elsa Borisowa * 1944

Essener Straße 54 (Hamburg-Nord, Langenhorn)


ELSA BORISOWA
GEB. 9.3.1944
ERMORDET 5.10.1944

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Elsa Borisowa, geb. am 9.3.1944 in Hamburg, gestorben am 5.10.1944

Essener Straße 54
früher Lager Tannenkoppel, Weg 4, auch "Tarpenbek" genannt
Zwangsarbeitslager der Rüstungsindustrie in Hamburg Langenhorn


Elsa Borisowa kam am 9. März 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Julija Borisowa, geb. am 10.11.1928 in Smolensk, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Russland verschleppt, musste sie in Hamburg-Langenhorn seit dem 29. Oktober 1943 für die Hanseatische Kettenwerk GmbH (HAK) Zwangsarbeit leisten. Im "Ostarbeiterlager Tannenkoppel", Weg 4, war sie untergebracht und in dieser Zeit schwanger.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde die fünfzehneinhalbjährige Julija Borisowa in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Neun Tage nach der Entbindung, am 18. März 1944, kam sie mit ihrer Tochter Elsa zurück in das Lager Tannenkoppel. In diesem Zwangsarbeitslager musste Elsa die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie dort völlig unzureichend.

Am 24. August 1944 wurde sie mit der Diagnose "Ernährungsstörung und Erkältungserscheinung" in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Dort verstarb sie nach sieben Wochen, am 5. Oktober 1944 um 8:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Pädatrophie" (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Elsa wurde 6 Monate, 3 Wochen und 5 Tage alt.

Sechs Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 12. Oktober 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 7, Nr. 36. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Stand: Oktober 2021
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 488/1944 Elsa Borisowa; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 89, S. 257; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 210; 332-4, Ermittlungen der Registerstelle für den Internationalen Suchdienst in Arolsen und andere Stellen über den Tod ausländischer, vereinzelt auch deutscher Staatsangehöriger in der NS-Zeit, Nr. 1271; StaH 332-5 Standesämter, 9953 u. 1450/1944 Elsa Borisowa; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646046, Geburtsurkunde 2.2.2.3 / 76935057 Elsa Borisowa, Sterbeurkunde 2.2.2.4 / 77080346 Elsa Borisowa, DE ITS 2.1.2.1 HA 001 11 RUS ZM/70648177; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

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