Namen, Orte und Biografien suchen


Bereits verlegte Stolpersteine


zurück zur Auswahlliste

Stolperstein für Ralph Süßkind (Photo links)
© Gesche Cordes

Ralph Süßkind * 1904

Rentzelstraße 3 (Eimsbüttel, Rotherbaum)

1941 Minsk
ermordet

Flora Süßkind, geb. Mehrgut, geb. 19.5.1875, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, Todesdatum dort 19.7.1942
Louis/Leiser Süßkind, geb. 14.3.1868 Oschmiany, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, Todesdatum dort 24.9.1942

Sievekingsallee Nordseite, Mitte zwischen Launitz- und Schulenbeksweg (Sievekingsallee 39 b. Tietz )

Das Ehepaar Süßkind zog erst nach Hamm, als seine wirtschaftliche Grundlage zerstört war.

Leiser Süßkind wurde am 14.3.1868 in Oschmiany geboren, seine Frau Flora, geb. Mehrgut stammte aus Hamburg, wo sie am 19.5.1875 geboren wurde. Er war seit mindestens 1913 Mitglied der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hamburg. Ihre Kinder wurden schon vorher geboren: John am 4.3.1895 und William am 22.7.1899 in New York, Elsie am 28.12.1904 bereits in Hamburg. John fiel im Ersten Weltkrieg.

Vom 3. März 1916 bis zum 15. März 1934 arbeitete Louis Süßkind als Prokurist in der Fa. Jos. Süßkind, Ex- und Import, Gröningerstraße, und verfügte über ein gutes Einkommen. Obwohl er schon 66 Jahre alt war, war er noch voll arbeitsfähig und hätte wohl weiter gearbeitet, wenn er das Geschäft nicht hätte aufgeben müssen. So wurde er abrupt erwerbslos und erlebte 1939 die Einsetzung eines Treuhänders zur Abwicklung der Firma und schließlich 1941 die Abwicklung selbst mit. Inzwischen war seine Altersvorsorge in Form von ausländischen Wertpapieren wertlos geworden und die Ersparnisse waren aufgebraucht.

Dr. Tietz, bei dem Süßkinds unterkamen, war der Schwiegervater ihrer Tochter Elsie = Elise. Elise hatte 1925 den Arzt Friedrich Tietz geheiratet und mit ihm in Schwerin gewohnt, wo er eine Kassenpraxis betrieb. Als ihm, obwohl er im Ersten Weltkrieg Sanitätsdienst geleistet hatte, dort 1933 die Kassenzulassung entzogen wurde, übersiedelte er zu seinen Schwiegereltern nach Hamburg und eröffnete zunächst bei ihnen in der Haynstraße 15 eine Praxis, bald darauf dann die Privatpraxis in der Sievekingsallee 39. Bis Anfang 1936 wohnten Süßkinds bei ihren Kindern; dann zogen sie in das jüdische Altersheim in der Sedanstraße 23/25.

William Süßkind, verheiratet mit Bertha, geb. Auerbach, emigrierte schon 1933, wahrscheinlich nach Frankreich. Im März 1936 wanderte Friedrich Tietz in die USA aus, im Oktober folgten seine Frau und die Söhne Gerald und Walter.

In Hamburg lebte um 1940 noch ein Neffe, Ralf Jonathan Süßkind, so alt wie Elsie. Für ihn verwaltete sein Onkel Louis ein kleines Bankguthaben, "weil er leidend und nicht selbst dazu im Stande ist", wie er gegenüber dem Oberfinanzpräsidenten erklärte.

Ralf wurde am 8. November 1941 aus der Rentzelstraße 3 nach Minsk deportiert, am 15. Juli 1942 Louis und Flora Süßkind ins Getto Theresienstadt. Flora vergiftete sich unmittelbar nach der Ankunft, ihr Mann starb zwei Monate später an "Enteritis".

© Hildegard Thevs

Quellen: 1; 3; 4; 5; 7; StaH, 522-1, Jüdische Gemeinden, 391 Mitgliederliste 1935; 992 e 2 Deportation Bd. 2; AfW 140368.
Zur Nummerierung häufig genutzter Quellen siehe Link "Recherche und Quellen".

druckansicht  / Seitenanfang