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Rosa Bähr (née Zloczower) * 1911
Johnsallee 33 (Eimsbüttel, Rotherbaum)
HIER WOHNTE
ROSA BÄHR
GEB. ZLOCZOWER
JG. 1911
DEPORTIERT 1941
LODZ
ERMORDET
further stumbling stones in Johnsallee 33:
Denny Bähr, Erwin Bähr, Hildegard Bähr, Judis Bähr
Erwin Bähr, geb. 8.2.1907 in Hamburg, deportiert 25.10.1941 Getto Litzmannstadt (Łódź), Arbeitslager Tschenstochau (Częstochowa), KZ Buchenwald, gestorben 16. August 1959 in Miami/USA
Rosa Bähr, geb. Zloczower, geb. 8.6.1911 in Sadagora, deportiert 25.10.1941 Getto Litzmannstadt (Łódź), ermordet
Hildegard Bähr, geb. 2.7.1936 in Hamburg, deportiert 25.10.1941 Getto Litzmannstadt (Łódź), ermordet
Judis Bähr, geb. 15.11.1938 in Hamburg, deportiert 25.10.1941 Getto Litzmannstadt (Łódź), ermordet
Denny Simson Bähr, geb. 7.4.1940 in Hamburg, deportiert 25.10.1941 Getto Litzmannstadt (Łódź), ermordet
Johnsallee 33, Eimsbüttel, Rotherbaum
Erwin Bähr kam am 8. Februar 1907 in Hamburg als Kind von Simon Bähr, geboren am 17. Januar 1877 und Lina Ernestine Bähr, geb. Heimann, geboren am 20. November 1887, zur Welt. Er hatte drei Geschwister: Harry, geboren am 7. Juni 1911, Rudolf, geboren am 15. Juni 1914, und Alma (Geburtsdatum unbekannt, verstorben in Glasgow am 3. August 1943). Der Vater, Simon Bähr, war bereits am 21. Oktober 1918 im Ersten Weltkrieg im Kriegslazarett 3 in Charleroi/Belgien infolge einer Lungenentzündung verstorben. Über Erwin Bährs Kindheit, Jugend oder Berufsausbildung ist uns nichts bekannt.
Erwin Bähr war verheiratet mit Rosa Bähr, geb. Zloczower, geboren am 8. Juni 1911 in Sadagora, damals Österreich-Ungarn heute Sadhora/Ukraine. Gemeinsam hatten sie drei Kinder, Hildegard, geboren am 2. Juli 1936, Judis, geboren am 15. November 1938 und Denny Simson, geboren am 7. April 1940.
Von 1932 bis 1934 betrieb Erwin Bähr ein Geschäft für Berufskleidung im Schulterblatt 78. Dazu gab er 1954 an: "Infolge des Boykotts konnte ich das Geschäft nicht halten und musste ich das Geschäft 1934 liquidieren."
Es folgten schwierige Jahre: Ab 1934 wurde er Hausmeister in der Jüdischen Mädchenschule in der Johnsallee 33 in Hamburg Rotherbaum. Die Familie konnte von 1935 bis 1937 in der Schule, wohl in einer Hausmeisterwohnung, leben. Nach dem Krieg gab er an, er sei dort "vorzeitig entlassen" worden, "wegen Aufgabe der Schule". Danach arbeitete er als Arbeiter bei der Firma Steen & Co., einer Hanfspinnerei in Lokstedt.
Rosa Bähr war Verkäuferin bei der Fa. Lissauer Damenmoden in der Steinwegpassage 3. Sie wurde nach Angaben von Erwin Bähr 1937 "wegen der Auswanderung der Eheleute Lissauer entlassen" (zu Käthe und Paul Lissauer siehe Mary Mengers www.stolpersteine-hamburg.de). Ob sie tatsächlich nach der Geburt von Hildegard im Juli 1936 noch gearbeitet hat, konnte nicht geklärt werden.
1937 verzog die Familie in den Mittelweg 17, vermutlich in eine Kellerwohnung. Am 25. Juli 1941 wechselten sie in den Alsterkamp 21, ebenfalls in eine Kellerwohnung.
Von dort wurde die Familie am 25. Oktober 1941 in das Getto Litzmannstadt (Łódź) deportiert, wo Rosa Bähr und die drei Kinder umkamen.
Erwin Bähr kam im April 1943 in das Arbeitslager Tschenstochau (Czestochowa), wo er vermutlich Zwangsarbeit in der Rüstungsfirma HASAG leisten musste. Am 26. August 1944 wurde er dann in das Konzentrationslager Buchenwald zurückgeführt, wo er die Häftlingsnummer 83.670 erhielt und als Lagerhalter registriert wurde. Bei Kriegsende im Mai 1945 wurde er dort entlassen und kehrte nach Hamburg zurück. Man kann aus seinen Äußerungen nach dem Krieg schließen, dass seine Frau und die Kinder noch am Leben waren, als sein Weg nach Tschenstochau und Buchenwald führte.
Rosa Bähr und die drei Kinder wurden auf den 8. Mai 1945 für tot erklärt.
Erwin Bähr wohnte nach seiner Rückkehr nach Hamburg in der Bornstraße 22. Nach Angaben der Jüdischen Gemeinde arbeitete er seit 1945 als Behördenangestellter. In welcher Behörde, ist nicht überliefert.
Erwin Bähr heiratete im April 1948 Christa, geborene Spindler, geboren am 25. März 1925 in Halberstadt. Gemeinsam hatten sie zwei Kinder: Esther Marion, geboren 29. Dezember 1947 in Hamburg, und Judy Gloria, geb. am 10. Februar 1953 in Miami/USA. Am 31. Mai 1949 verzog die Familie in das Auswanderungslager Wentorf bei Hamburg (Transit Camp), wo sie ihre Auswanderung in die USA vorbereitete. Die Ausreise erfolgte am 22. September 1949.
Die Familie lebte in Miami/USA. Erwin Bähr arbeitete in Miami im Mount Sinai Hospital. Nach Angaben aus dem Krankenhaus hatte er sich während seines Aufenthalts im KZ Buchenwald eine Tuberkulose zugezogen. Dies wurde von einem Gutachter im Wiedergutmachungsverfahren bestätigt.
Erwin Bähr starb am 16. August 1959 in Miami an den Folgen der Tuberkulose.
Seine Mutter Lina Ernestine Bähr, geborene Heimann, geboren am 20. November 1887 in Hamburg, wurde am 8. November 1941 gemeinsam mit ihrem Sohn Rudolf Bähr, geboren am 15. Juni 1914 in Hamburg, und Rudolfs Frau Ester Lwojra Bähr, geb. Daicz, geboren am 10. April 1919 in Brzezany, nach Minsk deportiert und ermordet. An sie erinnern Stolpersteine im Kleinen Schäferkamo 32 (siehe www.stolpersteine-hamburg.de).
Harry Bähr, geboren am 7. Juni 1911 wanderte 1938 nach Südamerika aus.
Zum Schicksal von Rosa Bährs Geschwistern
Josefine Piasek, geborene Zloczower, geboren 1910, Jacob Zloczower, geboren 1912 und Filo Zloczower, geboren 1920, gelang die Auswanderung in die USA. Sie lebten in Miami und Detroit. Die Brüder nannten sich in den USA Sloshower.
Erwin Bähr überlebte, die Inschrift auf dem Stolperstein beruhte auf einem veralteten Forschungsstand.
© Martin Bähr
Quellen: Hamburger Adressbuch, StAH 213-13_14830 Bähr, Erwin; 213-13_22643 Bähr, Erwin Erben; 351-11_9755 Bähr, Ernestine Lina; 3151-11_31961 Bähr, Erwin; 351-11_36361 Bähr, Rosa; 522-01_0992_b_02053 Bähr Erwin; 522-01_0992_b_02054 Bähr, Erwin; 522-01_0992_b_02055 Bähr, Erwin; https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5283497; https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5462581; https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/1-1-5-3_01010503-001-016-426?s=Erwin%20Bähr; https://collections.arolsen-archives.org/de/search/person/66554947?s=Esther%20Bähr&t=2735971&p=0https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_nwd_411025.html; https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_nwd_411108.html; https://collections.arolsen-archives.org/de/archive/1-1-22-1_6700000002;
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de836617; https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de836836; https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de836912; https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de837175.

