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Stanislawa Nowak * 1944

Jakob-Kaiser-Straße 14 (Bergedorf, Lohbrügge)


STANISLAWA NOWAK
GEB. 27.4.1944
MUTTER IN ZWANGSARBEIT
NAGELFABRIK BERGEDORF
TOT 27.4.1944

Weitere Stolpersteine in Jakob-Kaiser-Straße 14:
Peter Anton Kuczwara, Boleslav Leczycka, Jurek Leczycka, Christine Wolosch

Stanislawa Nowak, geb. am 27.4.1944 in Hamburg, verstorben am selben Tag

Jakob-Kaiser-Straße 24 (Bergedorf, Lohbrügge), ehemals Lager Wilhelmstraße 32, Nagelfabrik Bergedorf GmbH

Stanislawa Nowak kam am 27. April 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Janina Nowak, geb. am 25.11.1916 in Krulewza (Krulewice), war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Koprzcywnica/Krs. Sandomierski/Polen verschleppt, musste sie seit dem 28. Juni 1940 in Hamburg-Lohbrügge als "Landarbeiterin" und seit dem 5. April 1943 für die Nagelfabrik Bergedorf GmbH als "Fabrikarbeiterin" Zwangsarbeit leisten.

Sie war im Lager Wilhelmstraße 32 (heute Jakob-Kaiser-Straße 24) untergebracht und wurde in dieser Zeit schwanger. Dort brachte sie am 27. April 1944 um 2:30 Uhr ihre Tochter Stanislawa zur Welt. Die Lagerführerin Ida Emma Gottheiner, geb. Kraft, aus Lohbrügge, die bei der Geburt zugegen war, zeigte den Geburtsfall mündlich an.

Am selben Tag verstarb Stanislawa dort um 10:00 Uhr. Im Sterberegister ist als Todesursache "Lebensschwäche, Frühgeburt" angegeben. Der Beerdigungsunternehmer Hugo Ollrogge zeigte den Sterbefall mündlich an.

Stanislawa wurde siebeneinhalb Stunden alt.

Acht Tage nach ihrem Tod fand die Beisetzung am 5. Mai 1944 auf dem Neuen Friedhof Bergedorf statt, Grablage: Abteilung 38, Nr. 491, im Grab zusammen mit Marzel Keyl.

Die Nagelfabrik Bergedorf wurde 1883 als Filiale der ersten europäischen Hufnagelfabrik Mustard & Sön aus Oslo, Norwegen, gegründet. Die bekannten Sternhufnägel und Reichshufnägel hatten sich zum Beschlag der Pferde weltweit und insbesondere im Ersten Weltkrieg bewährt. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich auf dem Fabrikgelände in den Gebäuden ein Frauenzwangsarbeitslager. Zwischen August 1941 und Kriegsende 1945 mussten hier mindestens 92 Frauen - 77 Polinnen, 13 Lettinnen, 1 Ungarin und 1 Belgierin Zwangsarbeit leisten, dazu kamen 3 männliche Zwangsarbeiter aus Belgien, dies zeigt eine Namensliste von 1946.

Stand: April 2026
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg-Bergedorf, Geburtsregister 231/1944 Stanislawa Nowak; StaH 332-5 Standesämter, 10510 u. 255/1944 Stanislawa Nowak; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 7414-4 Fotoarchiv, K 4599; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; Arolsen Archives Doc.:70644808, 70641850.

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