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Wieslawa Gromczyk * 1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
WIESLAWA
GROMCZYK
GEB. 23.11.1944
TOT 7.7.1945
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak
Wieslawa Gromczyk, geb. am 23.11.1944 in Hamburg, verstorben am 7.7.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Wieslawa Gromczyk kam am 23. November 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Antonia Gromczyk, geb. am 8.3.1907 in Sierakow, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, kam sie über Büchen/Herzogtum Lauenburg nach Hamburg-Bahrenfeld und musste seit dem 21. Oktober 1943 für das Gemeinschaftswerk der Deutschen Arbeitsfront (DAF) GmbH, Fischwarenfabrik, Zwangsarbeit leisten. Im "Polenlager" Hohenzollernring 233 (heute Leverkusenstraße) war sie untergebracht.
Mit ihr kam auch Cecilia Gromczyk, geb. am 23.5.1923 in Sierakow, sicher eine nahe Verwandte, dorthin.
Am 7./10. Dezember 1943 wurden beide nach Hamburg-Billstedt in das Lager Baracke VI verlegt, vermutlich Billstraße, und als Zwangsarbeiterinnen für die Vereinigte Jute-Spinnereien und Webereien AG eingesetzt. In der folgenden Zeit wurde Antonia Gromczyk schwanger.
Im 7. Monat ihrer Schwangerschaft kam sie am 1. September 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) zur Zwangsarbeit als "Flechterin" für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.
Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde sie in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Einen Monat nach der Entbindung kehrte Antonia Gromczyk mit ihrer Tochter Wieslawa am 23. Dezember 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Wieslawa die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.
Zwei Monate nach Kriegsende verstarb Wieslawa am 7. Juli 1945 im Kinderkrankenhaus
Rothenburgsort. In der Sterbefallanzeige des Kinderkrankenhauses ist als Todesursache "schwere Ernährungsstörung", "Dystrophie" (durch Mangelernährung ungenügende Versorgung von Organen) und ihre Körpergröße mit 63 cm angegeben.
In diesem Dokument ist von Krankenschwester L. Hasse vermerkt, die Angaben seien auf Grund "der Akte 1200" erstattet worden, "da die Mutter kein Deutsch sprechen kann, so dass keine Angaben gemacht werden können".
Wieslawa wurde 7 Monate und 2 Wochen alt.
Sechs Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 13. Juli 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 19, Nr. 43. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Antonia Gromczyk war noch vor dem Tod ihrer Tochter in das Lager beim Funkturm, Hamburg-Moorfleth, verlegt worden.
Stand: April 2026
© Margot Löhr
Quellen: Standesamt Hamburg-Uhlenhorst, Geburtsregister 20/1944 Wieslawa Gromczyk; StaH 131-1 II, 517, Listen der in Hamburg während des Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Ausländer. Band 2: Sowjetbürger, Polen, Niederländer und Belgier, S. 144; StaH 131-1 I, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 124, S. 232; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 81; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 1241 u. 357/1945 Wieslawa Gromczyk; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64395 u. 357/1945 Wieslawa Gromczyk; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4595; StaH 332-8 Meldewesen, Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2388 Hohenzollernring 233, "Polenlager", K 2539 Am Funkturm; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646038, 70643780; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.lostplaces.to/index.php/militaerische-anlangen/38-lufttanklager-buechen, eingesehen 30.11.2016; Archiv Friedhofsverw. Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1945.

