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Bereits verlegte Stolpersteine



Alfrede Jonczyk * 1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

ALFREDE
JONCZYK
GEB. 15.6.1944
TOT 6.8.1944

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak

Alfrede Jonczyk, geb. am 15.6.1944 in Hamburg, verstorben am 6.8.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Alfrede Jonczyk kam am 15. Juni 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Krystyna Jonczyk, geb. am 24.7.1924 in Gomulin/Petrikau/Piotrkow, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-Harburg für die Flakkaserne Sinstorf, einen Betrieb der Luftwaffe der Wehrmacht, Zwangsarbeit leisten. Vermutlich war sie in der Baracke im Sinstorfer Kirchenweg gegenüber der Kaserne untergebracht und wurde mit 28 polnischen Frauen zur Küchenarbeit eingesetzt.

Am 18. Februar 1944, Krystyna Jonczyk war im 5. Monat schwanger, kam sie wegen einer "Cysto Pyelitis" (Entzündung der Harnblase und des Nierenbeckens) in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst. Nach einem Aufenthalt von fast drei Wochen wurde sie am 8. März 1944 zurück in das Lager Sinstorfer Kirchenweg entlassen. Kurz darauf wurde sie am 15. März 1944 für etwa einen Monat in das Lager Sportstraße der Deutschen Arbeitsfront (DAF) in Hamburg-Groß Borstel verlegt und am 21. April 1944, im 7. Monat ihrer Schwangerschaft, nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) zur Zwangsarbeit für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.

Am Tag der Geburt ihres Kindes kam Krystyna Jonczyk wieder in die Frauenklinik Finkenau. Acht Tage nach der Entbindung wurde sie am 23. Juni 1944 mit ihrer Tochter Alfrede zurück in das Lager Kampchaussee entlassen. Dort musste Alfrede die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.

Am 26. Juli 1944 wurde sie in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose "Ernährungsstörungen" eingeliefert. Nach elf Tagen verstarb sie dort am 6. August 1944 um 8:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Pädatrophie" (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Alfrede wurde 1 Monat, 3 Wochen und 1 Tag alt.

Sechs Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 12. August 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 5, Nr. 31. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Stand: April 2026
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister Nr. 1089/1944 Alfrede Jonczyk; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 84, S. 261; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 335; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 105; 131-1 II, 2723, Gräber russischer Kriegsgefangener und Ostarbeiter auf Friedhöfen des Hamburger Gebiets, S. 121; 332-4, Ermittlungen der Registerstelle für den Internationalen Suchdienst in Arolsen und andere Stellen über den Tod ausländischer, vereinzelt auch deutscher Staatsangehöriger in der NS-Zeit, Nr. 1566; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9953 u. 1196/1944 Alfrede Jonczyk; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64306 u. 1196/1944 Alfrede Jonczyk; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4596; StaH 332-8 Meldewesen, Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2357 Sportstraße DAF Lager; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 66; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646038; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/index.php/en/szukaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

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