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Barbara Karpinska * 1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

BARBARA
KARPINSKA
GEB. 19.2.1944
TOT 5.10.1944

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
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Barbara Karpinska, geb. am 19.2.1944 in Hamburg, verstorben am 5.10.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Barbara Karpinska kam am 19. Februar 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Zofia Karpinska, geb. am 16.7.1922 in Grabostov, war katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie seit 27. Juli 1942 zunächst in Hamburg-Neugraben als "landwirtschaftliche Arbeiterin" in der Francoper Straße 2 (später Nr. 63) bei Hermann Hauschild Zwangsarbeit leisten, dann ab 27. November 1942 in der Francoper Straße 8 (später Nr. 60) bei Hermann Stubbe. In dem darauffolgenden Jahr wurde sie schwanger.

Sechs Wochen vor der Geburt ihres Kindes kam Zofia Karpinska in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst. Neun Tage nach der Entbindung wurde sie laut Krankenhausliste am 28. Februar 1944 zurück in die Francoper Straße 8 verlegt. In der Ausländermeldekartei wurde sie zusammen mit ihrer Tochter Barbara am selben Tag in Hamburg-Bergedorf im Lager Kampchaussee 9 der Deutschen Kap-Asbest-Werke AG registriert. Dort musste Barbara die kurze Zeit ihres Lebens verbringen.

Vier Wochen nach der Entbindung wurde Zofia Karpinska am 22. März 1944 wieder zum Arbeitseinsatz nach Neugraben verlegt, zuerst zu Landwirt Peter Hinze in die Francoper Straße 4 (später Nr. 45), dann am 4. Mai 1944 weiter zu Wilhelm Peters u. Wwe Anna Peters, Fischbek-Neugraben 3.

Barbara war im Lager Kampchaussee 9 verblieben. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie dort völlig unzureichend. Am 25. September 1944 wurde sie mit der Diagnose "Ernährungsstörungen" in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Dort verstarb sie zehn Tage später am 5. Oktober 1944 um 22:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Pädatrophie" (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Barbara wurde 7 Monate, 2 Wochen und 2 Tage alt.

Sieben Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 12. Oktober 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 14, Nr. 2. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Nach Kriegsende war Zofia Karpinska in der Ausländermeldekartei am 13. Mai 1945 in Neugraben 8 registriert, einen Monat später ist vermerkt "unbekannt verzogen".

Stand: April 2026
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 151/1944 Barbara Karpinska; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 89, S. 261; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 338; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 108; 131-1 II, 2723, Gräber russischer Kriegsgefangener und Ostarbeiter auf Friedhöfen des Hamburger Gebiets, S. 125; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9953 u. 1451/1944 Barbara Karpinska; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64306 u. 1451/1944 Barbara Karpinska; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4596; StaH 332-8, A 51/1 Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2559 Neugraben; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 89; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646038; Einwohnerbuch für Harburg-Wilhelmsburg 1 und Landkreis 1938, Fischbek, Hamburger Adressbuch 1943; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/index.php/en/szukaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

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