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Bereits verlegte Stolpersteine



Jan Kluba * 1942

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

JAN KLUBA
GEB. 13.12.1942
TOT 25.12.1943

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
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Jan Kluba, geb. am 13.12.1942 in Kuznicka, verstorben am 25.12.1943 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Jan Kluba kam am 13. Dezember 1942 in Kuznicka (Sta Krzepice/Krs Blachstädt) zur Welt. Seine Eltern Adele Kluba, geb. Zygala, geb. am 25.1.1925 in Smykow/Konskie, und Stanislaus Kluba, geb. am 10.4.1921 in Kielce-Czestochowa-Kuzniczka, heirateten am 18. Februar 1943 römisch-katholisch in der Kirche der heiligen St. Barbara in Tschenstochau/Czestochowa.

Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste Adele Zygala seit 1940 zunächst in Kehdingbruch bei Belum in der Landwirtschaft für Bauern Zwangsarbeit leisten. Dort lernte sie ihren Ehemann Stanislaus Kluba kennen, der ebenfalls zur Zwangsarbeit eingesetzt war.
In dieser Zeit wurde sie schwanger. Eine Heirat war beiden in Deutschland nicht gestattet, da Adele erst 16 Jahre alt war.

Sie bekamen Urlaub und gingen heimlich nach Polen zurück, in die Nähe von Stanislaus Klubas Heimat. Dort brachte Adele ihren Sohn Jan am 13. Dezember 1942 in Kuznicka zur Welt und konnten am 18. Februar 1943 in Barbary w Czestochowa heiraten.
Anschließend kehrten beide nach Hannover zurück.
Da der Bedarf an Arbeitern in den kriegswichtigen Betrieben mit dem Verlauf des Krieges anstieg, wurde Stanislaus Kluba nach Hamburg-Bergedorf verlegt und musste seit dem 2. März 1943 für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG als "Fettkocher" Zwangsarbeit leisten.

Am 3. Oktober 1943 folgten Adele mit dem kleinen Jan. Sie wurde als Arbeiterin mit "Kautschuk" eingesetzt und war im Firmenlager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht. In der Kinderbaracke auf dem Gelände Kampchaussee 9 musste Jan Kluba die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Er verstarb dort am 25. Dezember 1943 um 3:30 Uhr. Im Sterberegister ist als Todesursache Bronchopneumonie, Herzschwäche angegeben. Der Beerdigungsunternehmer Hugo Ollrogge zeigte den Sterbefall mündlich an.

Jan wurde 1 Jahr und 12 Tage alt.

Vier Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 29. Dezember 1943 auf dem Neuen Friedhof Bergedorf statt, Grablage: Abteilung 38, Nr. 484, im Grab zusammen mit Peter Kuczwara.

Im Jahr darauf war Adele Kluba erneut schwanger. Am 29. Oktober 1944, dem Tag der Geburt ihres Kindes wurde Adele Kluba in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Zwölf Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrer Tochter Stanislawa am 10. November 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste die kleine Stanislawa eine schwere Zeit in der Kinderbaracke des Lagers verbringen. Sie überlebte und konnte mit ihren Eltern nach dem Kriegsende in deren Heimat Polen zurückkehren.

Auf Einladung des Hamburger Senats kam Adele Kluba 2010 zu Besuch nach Hamburg und konnte als Zeitzeugin einen Bericht über ihre Zeit als Zwangsarbeiterin abgeben. Ihre Tochter, verheiratete Stanislawa Domogala, war zu dieser Zeit bereits verstorben.

Stand: April 2026
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Krzepice, Kreis Blachstädt, Geburtsregister 413/1942 Jan Kluba; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 10509 u. 693/1943 Jan Kluba; Arolsen Archives, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646038, Doc. 70641850, 70643779, 70643785; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 23.9.2023; Siehe Zeitzeuginnenbericht von Adele Kluba im Buch; https://straty.pl/szukaj-osoby.php, eingesehen am 6.10.2023.

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