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Richard Kuzniarek * 1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

RICHARD
KUZNIAREK
GEB. 18.10.1944
TOT 29.10.1944

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak

Richard Kuzniarek, geb. am 18.10.1944 in Hamburg, verstorben am 29.10.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Richard Kuzniarek kam am 18. Oktober 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Zofia Kuzniarek, geb. am 8.5.1913 in Psary, war ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie in Hamburg-Bergedorf für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht und in dieser Zeit schwanger.

Am Tag der Geburt ihres Kindes kam Zofia Kuzniarek in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst. Neun Tage nach der Entbindung wurde sie mit ihrem Sohn Richard am 27. Oktober 1944 zurück in das Lager Kampchaussee entlassen. Dort musste Richard die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Am 29. Oktober 1944 um 11:45 Uhr verstarb er im Kinderkrankenhaus Rothenburgsort. In der Sterbefallanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Ikterus gravis" (verstärkte Gelbsucht) angegeben, unterzeichnet mit "i. A. Fritze", wahrscheinlich eine Krankenschwester. Die "Leiterin des Lagers Bergedorf, Kampchaussee", wohnhaft im Lager, zeigte den Sterbefall mündlich an.

Richard wurde 11 Tage alt.

Zwölf Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 10. November 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 13, Nr. 13. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Stand: April 2026
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg-Uhlenhorst, Geburtsregister 1777/1944 Richard Kuzniarek; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 94; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 63; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 1237 u. 398/1944 Richard Kuzniarek; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64299 u. 398/1944 Richard Kuzniarek; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646039; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; Archiv Friedhofsverw. Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

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