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Waldemar Masur * 1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
WALDEMAR MASUR
GEB. 26.4.1944
TOT 2.6.1944
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
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Waldemar Masur, geb. am 26.4.1944 in Hamburg, verstorben am 2.6.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Waldemar Masur kam am 26. April 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Anni Masur, geb. am 21.5.1914 in Czerwona-Wola, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-Altona für die Kühne-Wartenberg KG, Essig- und Senffabrik, Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Schützenstraße 38 untergebracht und in dieser Zeit schwanger.
Im neunten Monat ihrer Schwangerschaft wurde sie am 3. April 1944 nach Hamburg-Groß Borstel in das Lager Sportstraße verlegt und bei der Deutschen Arbeitsfront (DAF) als Zwangsarbeiterin eingesetzt. In der Ausländermeldekartei ist sie mit dem Nachnamen Mazur, von Beruf Dolmetscherin, und als "deutschblütig" registriert, was auf eine "Rasseprüfung" hindeutet. Vier Tage vor der Geburt ihres Kindes wurde sie in ein anderes Lager verlegt, nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) der Deutschen Kap-Asbest-Werke AG.
Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Anni Masur in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Neun Tage nach der Entbindung kehrte sie mit ihrem Sohn Waldemar am 5. Mai 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Waldemar die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 27. Mai 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose "Ernährungsstörungen" eingeliefert. Nach sechs Tagen verstarb er dort am 2. Juni 1944 um 9:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Brechdurchfall" und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Waldemar wurde 1 Monat und 7 Tage alt.
Vier Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 6. Juni 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 4, Nr. 7. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Nach dem Tod ihres Sohnes Waldemar wurde Anni Masur am 27. Juni 1944 wieder nach Hamburg-Altona verlegt und zur Zwangsarbeit für die Kühne-Wartenberg KG in der Schützenstraße eingesetzt.
Stand: April 2026
© Margot Löhr
Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 751/1944 Waldemar Masur; Standesamt Hamburg-Bergedorf, Geburtsregister 138/1943 Elsa Aniela Mazur; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 80, S. 239; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 178; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 61; 332-4, Ermittlungen der Registerstelle für den Internationalen Suchdienst in Arolsen und andere Stellen über den Tod ausländischer, vereinzelt auch deutscher Staatsangehöriger in der NS-Zeit, Nr. 1722; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9952 u. 891/1944 Waldemar Masur; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 10505 u.139/1943 Elsa Masur; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64351 u. 891/1944 Waldemar Masur; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4598; StaH 332-8 Meldewesen, A 50/1 Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2357 Sportstraße DAF Lager; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 43; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646040; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/index.php/en/szu kaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

