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Leszek Moldysz * 1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
LESZEK MOLDYSZ
GEB. 2.6.1944
TOT 6.7.1944
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak
Leszek Moldysz, geb. am 2.6.1944 in Hamburg, verstorben am 6.7.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Leszek Moldysz kam am 2. Juni 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Helene Moldysz, geb. am 25.11.1923 in Saybusch, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie seit dem 10. Juni 1940 in Hamburg-Bergedorf für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG als "Spinnerin" Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht und in dieser Zeit schwanger.
Am 17. April 1944 kam Helene Moldysz mit der Diagnose "Cystopyelitis" (Entzündung der Harnblase und des Nierenbeckens) in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst. Nach acht Tagen kehrte sie zurück in das Lager Kampchaussee.
Sechs Wochen später wurde Helene Moldysz zur Geburt ihres Kindes erneut in der Frauenklinik Finkenau aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kehrte sie mit ihrem Sohn Leszek am 10. Juni 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Leszek die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 3. Juli 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose "Enteritis" (Darmentzündung) eingeliefert. Nach drei Tagen verstarb er dort am 6. Juli 1944 um 12:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Pädatrophie" (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Leszek wurde 1 Monat und 4 Tage alt.
Neun Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 15. Juli 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 5, Nr. 11. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Stand: April 2026
© Margot Löhr
Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 989/1944 Leszek Moldysz; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 83, S. 240; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 334; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 61; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9953 u. 1085/1944 Leszek Moldysz; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64306 u. 1085/1944 Leszek Moldysz; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 57; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646040, 70643781; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, einges. 17.2.2016; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

