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Jadwiga Nykel
* 1943

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

JADWIGA NYKEL
GEB. 12.11.1943
TOT 18.2.1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Jadwiga Nykel, geb. am 12.11.1943 in Hamburg, verstorben am 18.2.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Jadwiga Nykel kam am 12. November 1943 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Czeslawa Nykel, geb. am 28.10.1923 in Kwiatkow/Kolo, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie seit dem 14. Mai 1940 in Hamburg-Bergedorf für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG als „Spinnerin“ Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht und wurde im dritten Jahr schwanger.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Czeslawa Nykel in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrer Tochter Jadwiga am 20. Februar 1943 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Jadwiga die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.

Am 18. Februar 1944 um 5:30 Uhr verstarb sie im Altonaer Kinderkrankenhaus von 1859, Treskowallee 38 (heute Bleickenallee). In der Sterbeurkunde ist als Todesursache „Akute Dyspepsie. Atrophie – Rachitis“ (Verdauungsstörung. Auszehrung – Störung des Knochenstoffwechsels durch Vitamin D Mangel) angegeben.

Jadwiga wurde 3 Monate und 6 Tage alt.

Sechs Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 24. Februar 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Bi 68, Reihe 26, Nr. 20.

Dieses Gräberfeld wurde nach der Schließung des jüdischen Friedhofs Ilandkoppel im Juni 1943 durch die Nationalsozialisten nun für jüdische Beerdigungen bestimmt. In dieser Zeit wurden aber auch noch neun verstorbene Säuglinge von Zwangsarbeiterinnen dort beigesetzt. Die Mütter der Kinder waren polnischer und ukrainischer Nationalität, jedoch nichtjüdisch. Auf diesem Gräberfeld ist heute kein Einzelgrab mehr zu finden.

Laut „Ausländermeldekartei“ wurde Czeslawa Nykel am 1. Juni 1944 von der Gestapo festgenommen; der Verhaftungsgrund und ihr weiteres Schicksal sind nicht bekannt.

Autor*in: Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg-Eppendorf, Geburtsregister 2458/1943 Jadwiga Nykel; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 73; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 60; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 5114 u. 197/1944 Jadwiga Nykel; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4599; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646041, 70643786; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, einges. 17.2.2016; Archiv Friedhofsverw. Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

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