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Czeslaw Olszewska * 1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
HIER GEBOREN
CZESLAW
OLSZEWSKA
GEB. 10.10.1944
TOT 8.2.1945
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak
Czeslaw Olszewska, geb. am 10.10.1944 in Hamburg, verstorben am 8.2.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Czeslaw Olszewska kam am 10. Oktober 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Marija, auch Maria oder Marja, Olszewska, geb. am 2.2.1919 in Przedborz/ Krs. Lodz, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen, Prezcabnz, Kreis Hrucki, Konecrzkastraße 9, verschleppt, musste sie in Hamburg-Bergstedt, Am Beerbusch, Zwangsarbeit leisten. Unter der Adresse Am Beerbusch 31 (heute Hohenbergstedt 21) befand sich das ehemalige Landhaus Mahr, in der Zeit des Nationalsozialismus zunächst ein Altersheim, dann das "Frauenschaftshaus" des BDM (Bund Deutscher Mädel).
In der "Wohnung Am Beerbusch" brachte Marija Olszewska ihren ersten Sohn Bogdan am 25. Juli 1943 zur Welt. Er verstarb im Alter von sechseinhalb Monaten am 8. Februar 1944 im Kleinkindergenesungsheim "Olgaheim", Bredenbeckstraße 44, Abteilung Wohldorf-Ohlstedt des Kinderkrankenhauses Rothenburgsort.
Marija Olszewska befand sich zu dieser Zeit im ersten Monat einer weiteren Schwangerschaft. Einen Tag vor der Geburt ihres zweiten Kindes kam sie in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst.
Acht Tage nach der Entbindung wurde sie mit ihrem Sohn Czeslaw am 18. Oktober 1944 in das Lager Kampchaussee 9 nach Hamburg-Bergedorf entlassen. Dort musste Czeslaw die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend. Seine Mutter musste seit dem 1. November 1944 für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG als "Flechterin" Zwangsarbeit leisten.
An ihrem 26. Geburtstag, am 2. Februar 1945, wurde Czeslaw in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose "Pylorespersums u. Rachitis" (Pylorospasmus – Pförtnerkrampf, schwallartiges nicht aufhörendes Erbrechen u. Störung des Knochenstoffwechsels durch Vitamin D Mangel) eingeliefert. Nach sechs Tagen verstarb er dort am 8. Februar 1945 um 21:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Ernährungsstörung" und als unterzeichnender Arzt Sosnin angegeben.
Czeslaw wurde 3 Monate, 4 Wochen und 1 Tag alt.
Fünfzehn Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 23. Februar 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 10, Nr. 33. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Stand: April 2026
© Margot Löhr
Quellen: Standesamt Hamburg-Uhlenhorst, Geburtsregister 180/1944 Czeslaw Olszewska; StaH 131-1 II, 517, Listen der in Hamburg während des Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Ausländer. Band 2: Sowjetbürger, Polen, Niederländer und Belgier, S. 83; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 94, S. 145, S. 245; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 244; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 73; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9962 u. 302/1944 Czeslaw Olszewska; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64403 u. 302/1944 Czeslaw Olszewska; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4599; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 136; ITS Archives, Bad Arolsen, Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau Copy of 2.1.2.1 / 70646041, 70643784; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/2398121#Geschichte, eingesehen 15.9.2016; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1945.

