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Johannes Puc * 1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
JOHANNES PUC
GEB. 21.2.1944
TOT 20.3.1944
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak
Johannes Puc, geb. am 21.2.1944 in Hamburg, verstorben am 20.3.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Johannes Puc kam am 21. Februar 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Maria Puc, geb. am 16.2.1910 in Biala/Krs. Bzeszow, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-Kirchwärder bei der Gärtnerei Johann Meyns († 1945), Elbdeich 298 (später Kirchwärder Elbdeich Nr. 638), Zwangsarbeit leisten. In dieser Zeit war sie schwanger. Im 8. Monat ihrer Schwangerschaft wurde Maria Puc am 6. Januar 1944 in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen, jedoch nach einem Tag wieder zurück an den Elbdeich entlassen. Drei Wochen später kam sie am 27. Januar 1944 erneut in die Frauenklinik Finkenau und verblieb dort vermutlich über vier Wochen bis zur Geburt ihres Kindes.
Zehn Tage nach ihrer Entbindung wurde Maria Puc mit ihrem Sohn Johannes am 2. März 1944 in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) nach Hamburg-Bergedorf verlegt, zur Zwangsarbeit für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG. Dort musste Johannes die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 13. März 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose "Unterernährung" eingeliefert. Sieben Tage später verstarb er dort am 20. März 1944 um 17:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Pädatrophie" (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Johannes wurde 4 Wochen alt.
Zehn Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 20. März 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 2, Nr. 8. Ende des Jahres 1959 wurde das Grab zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet. Nur für acht Gräber erfolgte zuvor die Umbettung der sterblichen Überreste auf das Areal Z 35 und für vier Gräber auf das Areal Bp 74. Johannes’ sterbliche Überreste kamen am 7. Juli 1959 mit denen von drei unbekannten Toten in das Sammelgrab Z 35, Reihe 8, Nr. 39. Eine Grabsteinplatte mit seinem darauf eingemeißelten Namen und seinem Geburts- und Sterbedatum erinnert dort noch heute an ihn, jedoch mit dem Nachnamen "Pue", anders als in der Sterbeurkunde verzeichnet.
Maria Puc musste am 22. Juni 1944 in Hamburg-Kirchwärder wieder Zwangsarbeit leisten, zunächst bei Erna Schröder, Wwe. des Müllers Otto Schröder, Hitscherberger Querweg 25 (heute Norder Querweg 70), danach beim Gemüsebauern Hermann Otten, Kirchenwärder Hausdeich 233 (später Nr. 376).
Stand: April 2026
© Margot Löhr
Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 325/1944 Johannes Puc; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 75, S. 244; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 60; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9951 u. 477/1944 Johannes Puc; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64351 u. 477/1944 Johannes Puc; StaH 332-8, StaH A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4600; StaH 332-8, A 51/1 Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2576, K 2577 Kirchwärder Hausdeich, Kirchwärder Elbdeich, Querweg; Hamburger Adressbuch 1943; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 18; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf Buch D, S. 87/295; ITS Archives, Bad Arolsen, Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau Copy of 2.1.2.1 / 70646041 (Dort ist für Maria Puc das Geburtsdatum 10.3.1911 angegeben); http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

