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Peter Siczek * 1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
PETER SICZEK
GEB. 5.6.1944
TOT 5.9.1944
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak
Peter Siczek, geb. am 5.6.1944 in Hamburg, verstorben am 5.9.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Peter Siczek kam am 5. Juni 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Stefania Siczek, geb. am 15.3.1925 in Czow/Radom, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-Stellingen für die Johannes Heins Konservenfabrik Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Brüderstraße 8 (heute Warnstedtstraße) untergebracht. Im 4. Monat ihrer Schwangerschaft wurde sie am 8. Dezember 1943 nach Hamburg-Veddel in das Lager der "Ostarbeiterinnen" Peutestraße 66 verlegt, zur Zwangsarbeit für die Hanseatische Nahrungsmittel-Fabrik GmbH. Zwei Monate später kam sie am 4. Februar 1944 nach Hamburg-Groß Borstel in das Lager Sportstraße 10 der Deutschen Arbeitsfront (DAF), Vereinigte Deutsche Metallwerke AG (VDM), und wurde dort als "Schälfrau" in der Lagerküche zur Zwangsarbeit eingesetzt. Im 8. Monat ihrer Schwangerschaft erfolgte für sie am 24. April 1944 die Verlegung nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee), zum Arbeitseinsatz für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.
Zwölf Tage vor der Geburt ihres Kindes wurde Stefania Siczek in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Peter am 13. Juni 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Peter die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 26. Juli 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose "Ernährungsstörungen" eingeliefert. Nach drei Wochen kehrte er am 18. August 1944 wieder zurück in das Lager Kampchaussee. Zwei Tage später kam er erneut mit derselben Diagnose in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn. Nach acht Tagen verstarb er dort am 5. September 1944 um 9:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Pädatrophie" (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Peter wurde 3 Monate alt.
Sieben Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 12. September 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 6, Nr. 31. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Stefania Siczek wurde am 11. Oktober 1944 zum Ochsenwerder Elbdeich 127 verlegt, zur landwirtschaftlichen Zwangsarbeit für Gemüsebauer Ernst Busch. Nach Kriegsende ist sie in der Ausländermeldekartei als "unbekannt verzogen" registriert.
Stand: April 2026
© Margot Löhr
Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 991/1944 Peter Siczek; StaH 131-1 II, 517, Listen der in Hamburg während des Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Ausländer. Band 2: Sowjetbürger, Polen, Niederländer und Belgier, S. 122; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 247; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 209, S. 335, S. 519; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 62; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9953 u.1326/1944 Peter Siczek; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64306 u. 1326/1944 Peter Siczek; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4601; StaH 332-8 Meldewesen, Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2357 Sportstraße DAF Lager, K 2547 Peutestraße 66; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 75; Altonaer Adressbuch 1938, Bergedorfer Adressbuch mit Ochsenwärder; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646041; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/in dex.php/en/szukaj-w-bazie, einges. 10.7.2017; Archiv Friedhofsverw. Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

