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Irene Tylczak * 1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
IRENE TYLCZAK
GEB. 25.1.1944
TOT 17.2.1944
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, André Wasiak, Danuscha Wezyk, Sofie Wietrak
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Irene Tylczak kam am 25. Januar 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Stefanie Tylczak, geb. am 12.9.1920 in Warthbrücken, war ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, kam sie nach Hamburg-Stellingen in das Lager Brüderstraße 8 (1943 Karsten-Niebuhr-Weg, heute Warnstedtstraße) und musste bei Johannes Heins, Konservenfabrik, Zwangsarbeit leisten. Im 8. Monat ihrer Schwangerschaft wurde sie am 8. Dezember 1943 nach Hamburg-Veddel in das Lager der "Ostarbeiterinnen" Peutestraße 66 verlegt, zur Zwangsarbeit für die Hanseatische Nahrungsmittel-Fabrik GmbH. Hochschwanger erfolgte für sie eine weitere Verlegung am 6. Januar 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee), als Zwangsarbeiterin für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.
Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde Stefanie Tylczak in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Neun Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrer Tochter Irene am 2. Februar 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Irene die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend. Am 16. Februar 1944 wurde sie in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose "Darmstörungen" eingeliefert. Am nächsten Tag verstarb Irene dort am 17. Februar 1944 um 23:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Pädatrophie" (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Irene wurde 3 Wochen und 2 Tage alt.
Neun Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 26. Februar 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Bi 68, Reihe 26, Nr. 23. Dieses Gräberfeld wurde nach der Schließung des jüdischen Friedhofs Ilandkoppel im Juni 1943 durch die Nationalsozialisten nun für jüdische Beerdigungen bestimmt. In dieser Zeit wurden aber auch noch neun verstorbene Säuglinge von Zwangsarbeiterinnen dort beigesetzt. Die Mütter der Kinder waren polnischer und ukrainischer Nationalität, jedoch nichtjüdisch. Auf diesem Gräberfeld ist heute kein Einzelgrab mehr zu finden.
Stand: April 2026
© Margot Löhr
Quellen: Standesamt Hamburg 6, Geburtsregister 183/1944 Irene Tylczak; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 73, S. 250; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 328; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 60; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9951 u. 284/1944 Irene Tylczak; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64351 u. 284/1944 Irene Tylczak; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4602; StaH 332-8 Meldewesen, Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2547 Peutestraße 66, Lager der Hanseatischen Nahrungsmittel-Fabrik GmbH; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 12; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646043; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, einges. 17.2.2016; Archiv Friedhofsverw. Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

