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Bereits verlegte Stolpersteine



Danuscha Wezyk * 1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

DANUSCHA WEZYK
GEB. 18.9.1944
TOT 6.11.1944

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
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Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Danuscha Wezyk kam am 18. September 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Stanislawa Wezyk, geb. am 7. Mai 1910 in Lodz, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-Billbrook seit dem 26. Mai 1940 bei der Hamburger Juteindustrie A. G, Jutefabrikate Wilhelm Schlochauer, Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Liebigstraße 88 untergebracht und in dieser Zeit schwanger.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Stanislawa Wezyk in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrer Tochter Danuscha am 26. September 1944 zurück in das Lager Liebigstraße. Am 31. Oktober 1944 erfolgte für Stanislawa Wezyk die Verlegung nach Hamburg-Bergedorf zum Arbeitseinsatz als "Kautschukarbeiterin" für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.

Mit ihrer Tochter wurde sie im "Polenlager" Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht. Dort musste Danuscha die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.

Am 6. November 1944 wurde Danuscha dort gegen 6:00 Uhr tot aufgefunden. In der Todesanzeige des Polizeipräsidenten Bergedorf, Abtlg. V 4, ist als Todesursache, ohne "amtliche Ermittlungen" und ohne Angabe eines Arztes, "Darmkatarrh" (Darmentzündung) angegeben. Die Angaben wurden aufgrund der Bescheinigung der Geburt des verstorbenen Kindes, des Arbeitsbuchs der Kindesmutter Stanislawa Wezyk und der mündlichen Angaben des Beerdigungsübernehmers Hugo Ollrogge erstattet, der auch die Beisetzung auf dem Friedhof Bergedorf übernahm.

Danuscha wurde 1 Monat, 2 Wochen und 5 Tage alt.

Neun Tage nach ihrem Tod wurde sie am 15. November 1944 auf dem Neuen Friedhof Bergedorf beigesetzt, Grablage: Abteilung 38, Nr. 513.

In den Quellen finden sich verschiedene Schreibweisen des Namens ihrer Mutter, in der Krankenhausliste der Frauenklinik Finkenau "Stanislawa Wenzik", in der Ausländermeldekartei "Danuta Weczyk" sowie "Anuschka Wenjik".

Am 17. Dezember 1944 kam Stanislawa Wezyk mit einer Unterleibserkrankung in das Allgemeine Krankenhaus Bergedorf. Dort wurde sie nach drei Wochen am 6. Januar 1945 wieder zur Zwangsarbeit in die Kap-Asbest-Werke entlassen. Stanislawa Wezyk war weiterhin stark belastet. Laut Krankenhausliste Langenhorn wurde sie (hier mit Geburtsdatum 5.7.10. in Lodz) kurze Zeit später am 24. Januar 1945 mit einer "Gesichtsrose" im Krankenhaus Langenhorn aufgenommen. Nach zwölf Tagen Aufenthalt kam sie am 5. Februar 1945 zurück in das Lager Kampchaussee.

Stand: April 2026
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg-Uhlenhorst, Geburtsregister 1666/1944 Danuscha Wezyk; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 10510 u. 568/1944 Danuscha Wezyk; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64302 u. 568/1944 Danuscha Wezyk; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4603; ITS Archives, Bad Arolsen, Copy of Krankenhausliste Frauenklinik Finkenau 2.1.2.1 / 70646044; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, eingesehen 17.2.2016; http://www.straty.pl/index.php/en/szukaj-w-bazie, eingesehen 10.7.2017.

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