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Bereits verlegte Stolpersteine



Krysta Zapaua * 1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf, Bergedorf)


ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

KRYSTA ZAPAUA
GEB. 21.6.1944
TOT 10.9.1944

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9:
Richard Bafoll, Leo Georg Bartyzel, Jerzy Antoni Biernat, Ursula Caban, Eugenius Chrusciel, Zokistaco Domanska, Josef Dudek, Mirek Dziziong, Sophia Galeza, Wieslawa Grat, Wieslawa Gromczyk, Georg Gubanska, Richard Jedrzejczak, Alfrede Jonczyk, Kristine Kaicher, Barbara Karpinska, Marzel Keyl, Julius Dadewach Kinjora, Genovefa Klesczynska, Jan Kluba, Karol Kowalczyk, Henrik Krolikowska, Richard Kuzniarek, Therese Lebjoda, Waldemar Czeslaw Lekowski, Wlodzimierz Lipka, Julia Januta Lucik, Wladislaw Maciejczyk, Edward Stanislaw Malecka, Waldemar Masur, Veronika Michalczak, Leszek Moldysz, Jadwiga Nykel, Boleslaw Georg Olszewska, Czeslaw Olszewska, Irene Olzewska, Iwan Paliwoda, Stanislaw Polak, Johannes Puc, Robert Radwan, Iworna Saganowska, Peter Siczek, Wieslaw Staszak, Johann Stempczynska, Ryszard Telenga, Krystyna Tesarczyk, Juruch Turczyn, Irene Tylczak, André Wasiak, Danuscha Wezyk

Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG


Krysta Zapaua kam am 21. Juni 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Wanda Zapaua, geb. am 16.6.1920 in Warschau, war katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie in Hamburg-Wilhelmsburg für Bauer Wülfken, Kirchdorferstraße 53, Zwangsarbeit leisten. In dieser Zeit war sie schwanger.

Am 21. Juni 1944 brachte sie ihre Tochter Krysta im Allgemeinen Krankenhaus in Hamburg-Harburg um 22:05 Uhr zur Welt. Nach acht Tagen wurde Wanda Zapaua mit ihrer Tochter am 29. Juni 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) verlegt und weiterhin für Bauer Wülfken zur Zwangsarbeit eingesetzt.

Krysta musste im Lager Kampchaussee die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.

Am 24. August 1944 wurde sie in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose "Ernährungsstörung" eingeliefert. Nach zweieinhalb Wochen verstarb sie dort am 10. September 1944 um 11:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache "Gastroenteritis" (Magen-Darm-Entzündung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Krysta wurde 2 Monate, 2 Wochen und 6 Tage alt.

Neun Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 19. September 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 6, Nr. 38. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Nach Kriegsende wurde Wanda Zapaua im Lager Bismarckkaserne/Wentorf, Krs. Stormarn, untergebracht, das nach dem Krieg mit Hilfe der UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) für "Displaced Persons" eingerichtet worden war. Vom 28. Februar 1946 bis zum 19. Februar 1947 musste sie fast ein Jahr in Haft verbringen. Die Gründe dafür sind nicht bekannt.

Stand: April 2026
© Margot Löhr

Quellen: Standesamt Hamburg 8, Geburtsregister 478/1944 Krysta Zapaua; StaH 131-1 II, 518 Listen der während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg verstorbenen und beigesetzten ausländischen Zivilarbeiter, S. 87, S. 274; StaH 131-1 II, 519 Listen der 1940 in Hamburger Krankenhäusern behandelten Ausländer, nach Nationalitäten geordnet, S. 336; 131-1 II, 2721, Listen der Gräber von im Zweiten Weltkrieg verstorbenen ausländischen Zivilisten auf Hamburger Friedhöfen, S. 107; 131-1 II, 2723, Gräber russischer Kriegsgefangener und Ostarbeiter auf Friedhöfen des Hamburger Gebiets, S. 123; StaH 332-5 Standesämter, Sterberegister 9953 u. 1335/1944 Krysta Zapaua; StaH 332-5 Sterbefallsammelakten, 64306 u. 1335/1944 Krysta Zapaua; StaH 332-8, A 48 Alphabetische Meldekartei der Ausländer 1939–1945, 741-4 Fotoarchiv, K 4603; StaH 332-8 Meldewesen, Hausmeldekartei, 741-4 Fotoarchiv, K 2357 Sportstraße DAF Lager; StaH 352-8/7 Staatskrankenanstalt Langenhorn, 184 Band 2, S. 76; http://www.zwangsarbeit-in-hamburg.de, einges. 17.2.2016; Archiv Friedhofsverwaltung Ohlsdorf, Beerdigungsregister 1944.

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